Spendenaufruf zum Wiederaufbau des Dorfes Khirbet Hamsa al-Foqa im Westjordantal  

 

Wir selbst haben auch gespendet, schließen uns dem Spendenaufruf der Koalition an und stellen unser Konto zur Sammlung von Spenden zur Verfügung. Außerdem finden sie hier die Stellungnahme der jüdischen Stimme.

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Im Windschatten der US-Präsidentschaftswahlen haben die israelischen Behörden das Dorf Khirbet Hamsa al-Foqa im besetzten Westjordanland abgerissen. Daphne Banai, eine Aktivistin, mit der wir schon lange zusammen arbeiten und die verschiedene NGOs im Westjordanland koordiniert, berichtet:

„Zehn Minuten! Zehn Minuten wurden den Bewohner*innen von Khirbet Hamsa al-Foqa gegeben, um ihr Hab und Gut zu sammeln, bevor die israelische Besatzungswalze alles zerstörte. Das wenige Hab und Gut der Bewohner wurde zerstampft und zermalmt, denn es blieb nicht genügend Zeit, um es in Sicherheit zu bringen. 75 Erwachsene und 43 Kinder standen am Dienstag bei Sonnenuntergang mitten in der Wüste und wussten nicht mehr wohin. All ihre Utensilien – Zelte, die Blechbaracke, der Schafstall, Solarpaneele und die elektrische Einrichtung, Matratzen, Decken, Küchenzubehör – über alles fuhren die Besatzer grausam hinweg.

Ich bin seit vielen Jahren im westlichen Jordantal aktiv – doch Zerstörung von solchem Ausmaß habe ich noch nicht gesehen. Ich habe mit Teisir gesprochen, einem der Bewohner des Dorfes. Er hörte nicht auf, sich bei mir zu bedanken, da ich Interesse zeigte. Ich wusste nicht wohin mit mir, denn was sagt man einem, den mein Volk so misshandelt? Entschuldigung, ich bin nicht so?

Die Bewohner des Dorfes Humssa sind mehrheitlich eine Gemeinde von Schäfern und gehören wohl zu jener Gruppe, die mit am meisten unter der dortigen Besatzung leidet. Sie leben im Zentrum einer roten Wüste, die zum „Militärgebiet“ erklärt worden ist. Mindestens acht Mal im Jahr werden die Einwohner*innen zum Zweck von Militärübungen der israelischen Armee aus ihren Häusern vertrieben: Tagsüber bei mehr als 40 Grad und nachts bei Temperaturen von 0 Grad müssen sie dann oftmals für den ganzen Tag oder die ganze Nacht draußen ausharren, damit die IDF dort trainieren kann. Wenn sie mit Sonnenstich oder Erfrierungen zurückkehren, finden sie oftmals ein Bild der Zerstörung vor: Beschädigte Häuser, tote, verdurstete Lämmer und Felder, die durch  israelische Munition verbrannt worden sind. Wenig entfernt von Khirbet Hamsa al-Foqa liegt die israelische Siedlung Bkaot. Leidet auch sie unter solchen Geschehnissen? Natürlich nicht!

Diese und noch viele andere Schikanen sind Mittel, die Israel ergreift, um die dort ansässigen Bewohner*innen zum Verlassen des Ortes zu bewegen: die Zerstörung von Häusern, temporäre Vertreibungen und das Verhindern von Trinkwassergewinnung. Die Bewohner*innen von Khirbet Hamsa al-Foqa werden den Ort aber nicht verlassen, da sie nirgendwohin gehen können.“

Darüber hinaus berichtet Daphne, dass sich eine Koalition von Freiwilligen gebildet hat: Die FAAZ (eine neue palästinensische Solidaritätsinitiative, die Freiwillige zur Hilfe vor Ort entsendet), die Palästinensischen Autonomiebehörde und die Palestine Red Crescent Society arbeiten zusammen, um den Bewohner*innen von Khirbet Hamsa al-Foqa mit dem Wiederbau ihres Dorfes zu helfen. Für die Unterstützung dieser Tätigkeit bitten wir mit diesem Aufruf um Spenden für die Koalition.

Wir selbst haben auch gespendet, schließen uns dem Spendenaufruf der Koalition an und stellen unser Konto zur Sammlung von Spenden zur Verfügung. Außerdem finden sie hier die Stellungnahme der jüdischen Stimme.

Spenden Sie bitte unter dem Stichwort: „Hamsa“ auf das Konto der Jüdischen Stimme bei der Berliner Sparkasse:

Jüdische Stimme // IBAN: DE30100500000190587636 // BIC: BELADEBEXXX

Oder direkt in Israel: מטה הקואליציה לציין עבור חומסה, בנק הפועלים מס. חשבון 119445 סניף 627