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	<title>Jüdische-Stimme</title>
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	<description>für gerechten Frieden in Nahost</description>
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		<title>Natan Blanc</title>
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		<pubDate>Mon, 20 May 2013 16:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorstand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Kriegsdienstverweigerer Natan Blanc muss unverzüglich und bedingungslos aus seiner 10. Haft freigelassen werden! Hier ist der Link]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="agresiv" style="text-align: center;">Kriegsdienstverweigerer Natan Blanc muss unverzüglich und bedingungslos aus seiner 10. Haft freigelassen werden!<br />
<a href="http://www.change.org/de/Petitionen/kriegsdienstverweigerer-natan-blanc-muss-unverzüglich-und-bedingungslos-aus-seiner-10-haft-freigelassen-werden">Hier ist der Link</a></p>
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		<title>Vortrag ausgefallen: Erfolg für einen &#8220;Privatmann&#8221; oder sein Eigentor? /  Prof. Rolf Verleger</title>
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		<pubDate>Mon, 20 May 2013 07:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorstand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Für den 15. Mai 2013 war ich zu einem Vortrag an der deutschsprachigen Andrássy-Universität in Budapest eingeladen. Der Titel: &#8220;Weltkrieg um Palästina: Von Lord Balfour bis John Kerry&#8221;. Dabei ging es um die Entstehung der Balfour-Deklaration aus britischen Weltmachtinteressen und &#8230; <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1220">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für den 15. Mai 2013 war ich zu einem Vortrag an der deutschsprachigen Andrássy-Universität in Budapest eingeladen. Der Titel: &#8220;Weltkrieg um Palästina: Von Lord Balfour bis John Kerry&#8221;. Dabei ging es um die Entstehung der Balfour-Deklaration aus britischen Weltmachtinteressen und um die Diskussionslinien im Judentum zur damaligen Zeit. Dies geschah im Rahmen einer Kolloquiumsreihe der Fakultät für Internationale Beziehungen.</p>
<p>Am 10. Mai 2013 meldete sich ein Herr Ilan Mor telefonisch beim Rektor der Universität. Er sprach sich scharf gegen meine Person aus: Ich wolle die Vernichtung Israels, mit mir könne man nicht diskutieren etc. Daher möge der Rektor bitte diesen Vortrag absagen. Ansonsten könnte er, der Herr Ilan Mor, ernsthaft verstimmt sein. Aber er rufe hier nur als Privatmann an.<br />
In seinem Berufsleben ist Herr Ilan Mor der Botschafter Israels in Ungarn. (In dieser Eigenschaft hatte ihn übrigens die Universität vor einigen Wochen zu einem Vortrag im Rahmen der Kolloquiumsreihe eingeladen.)</p>
<p>Die Andrássy-Univesität wird unter anderem mit Geldern aus Deutschland finanziert. Der Rektor liest deutsche Zeitungen und weiß, wie sie über Ungarn berichten. Er wollte nicht eine weitere Vorlage für den Vorwurf liefern, in Ungarn herrsche der Antisemitismus. Daher hielt er es für opportun, den Vortrag abzusagen.</p>
<p>Was ist der Effekt dieser Intervention des Privatmanns Herrn Ilan Mor?<br />
A) Mein Vortragstext wurde an die interessierten Lehrenden und die studentischen Teilnehmer verschickt. Sie haben ihn jetzt und können sich ein eigenes Bild machen.<br />
B) Der Rektor verbrachte die ausgefallene Vortragszeit mit mir, dem Dekan der Fakultät und einigen Kollegen beim Abendessen. Wir hatten angeregte Gespräche. Ich schenkte ihm mein Buch &#8220;Israels Irrweg. Eine jüdische Sicht.&#8221;<br />
C) Alle Beteiligten haben einen nachhaltigen Eindruck davon erhalten, wie es manche israelischen Privatmänner mit der Meinungsfreiheit halten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.juedische-stimme.de/wp-content/uploads/2013/05/Andrassy-Uni_VortragVerleger.pdf">Andrassy-Uni_VortragVerleger</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Stellungnahme zu dem Kommentar „Kein Zutritt für Juden“ von Eiken Bruhn</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 20:03:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorstand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellungnahme des Vorstandes der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ zu dem Kommentar „Kein Zutritt für Juden“ von Eiken Bruhn in der taz vom 18.4.2013 (Der Artikel bezog sich auf eine Veranstaltung des Bremer „Gesprächskreises Nahost“, bei der die &#8230; <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1196">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Stellungnahme des Vorstandes der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ zu dem Kommentar „Kein Zutritt für Juden“ von Eiken Bruhn in der taz vom 18.4.2013</strong></p>
<p>(Der Artikel bezog sich auf eine Veranstaltung des Bremer „Gesprächskreises Nahost“, bei der die Hamburger Journalistin Susann Witt-Stahl zum Thema „Der Antisemitismus-Vorwurf als ideologische Waffe“ sprach. Angeblich wurden zwei Besucher abgewiesen, weil sie „Juden“ seien.)</p>
<p>Beim Lesen des Artikels in der taz („<a href="http://www.taz.de/!114775/">Kein Zutritt für Juden“, 18.4.2013</a>) muss man sich fragen, ob man wirklich die taz oder die BILD-Zeitung liest. Die Überschrift verspricht einen Skandal, inhaltlich wird aber klar, dass die beiden potentiellen Besucher der Bremer Veranstaltung in der Villa Ichon nicht als Juden abgewiesen wurden, sondern als Besucher, weil die Räumlichkeiten in der Villa Ichon völlig überfüllt waren.</p>
<p>Es ist verwunderlich, dass so ein Artikel in der taz erschienen ist. Bremer „antideutsche“ Aktivisten haben Iris Hefets, Mitglied der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“, in übler Weise denunziert, nachdem sie einen Artikel in der taz veröffentlicht hatte. Dieser Artikel stieß auch bei der Jüdischen Gemeinde in Berlin auf Ablehnung. Deshalb versuchten die „Antideutschen“, einen Vortrag von ihr in Bremen im Jahr 2010 im Voraus zu verhindern. Da ihnen dies aber nicht gelang, störten sie die Vortragsveranstaltung massiv. Der Artikel von Iris Hefets war dann Anlass zu einer Veranstaltung in Berlin, an der auch die taz- Chefredakteurin teilnahm. Sie wurde <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&amp;dig=2010%2F04%2F29%2Fa0017&amp;cHash=6030fe0ebc">laut einem Bericht der taz</a> dort bespuckt. Aus der Bremer Veranstaltung mit Iris Hefets wurde von den „Antideutschen“ ein falsches Zitat von ihr weitergegeben, das dann die damalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Berlin, Lala Süsskind verbreitete. Iris Hefets erstattete Anzeige gegen Frau Süsskind. Sie hatte, <a href="http://www.taz.de/!54206/">wie die taz selbst berichtete</a>, Erfolg mit ihrer Klage. Im taz-Archiv ist die Berichterstattung über den Prozess sicher noch vorhanden und für jeden Redakteur zugänglich. Mitglieder der Jüdischen Stimme erlebten immer wieder Störungen und Provokationen seitens der „Antideutschen“ in Bremen und Halle. Dies sind Hochburgen der „Antideutschen“.Auch in Hamburg und Berlin wurden die Veranstaltungen des israelischen Historikers Prof. Moshe Zuckermann von „Antideutschen“ gestört, die immer nach derselben Methode vorgehen: Zuerst versuchen sie, Juden, die eine andere Position vertreten, nicht zu Wort kommen zu lassen. Haben sie damit keinen Erfolg, stören sie die Veranstaltungen massiv und versuchen sie als „antisemitisch“ hinzustellen. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht. Sie stellen falsche Behauptungen auf, provozieren, oder behaupten, dass Juden von der Veranstaltung ausgeschlossen worden wären. Auf eine solche Inszenierung ist offenbar auch die taz hereingefallen. Die Autorin des Artikels erklärt nicht, wie die beiden Besucher der Bremer Veranstaltung als Juden erkannt wurden. Man fragt sich, wieso Zeitungen wie BILD und jetzt auch die taz so schnell damit bei der Sache sind, solche Diffamierungen ohne jegliche Überprüfung und mit solcher Verachtung der Gegenseite zu veröffentlichen. Solche Artikel konnte man in der Vergangenheit nur in der Presse des Axel Springer Verlages lesen, jetzt leider auch in der taz.</p>
<p>Prof. Dr. Rolf Verleger, ebenfalls Mitglied der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ hat die Kündigung seiner Mitgliedschaft in der taz-Verlagsgenossenschaft vom 21.April 2013 wie folgt begründet: „&#8230;..journalistische Ausgewogenheit kann in meinen Augen nicht heißen, dass man neben vernünftigen Artikeln ungehemmt Hetzartikel schreiben kann. Vordergründig ist der Artikel von Eiken Bruhn ein Hetzartikel gegen die Bremer Veranstalter und gegen die Linke. In seiner tieferen Wirkung ist der Artikel ein Hetzartikel gegen das Judentum. Denn er behauptet, dass diejenigen, die Israels Apartheids- und Verdrängungspolitik angreifen, damit das Judentum angreifen, und setzt damit das Judentum mit dieser Politik gleich. Das möchte ich nicht mitmachen.“</p>
<p>Berlin, 25.4.2013</p>
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		<title>Antwort auf den „Aufruf aus Israel“</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 17:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorstand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Wir, die Mitglieder der Jüdischen Stimme, begrüßen Euren Aufruf. Wie Ihr beobachten wir besorgt die Geschehnisse in Israel. Euer Aufruf zeigt, dass immer mehr israelische Juden Unrecht spüren und sich deshalb veranlasst sehen, das Ausland anzurufen. Indem Ihr euch &#8230; <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1183">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Wir, die Mitglieder der Jüdischen Stimme, begrüßen Euren Aufruf.</p>
<p>Wie Ihr beobachten wir besorgt die Geschehnisse in Israel. Euer Aufruf zeigt, dass immer mehr israelische Juden Unrecht spüren und sich deshalb veranlasst sehen, das Ausland anzurufen. Indem Ihr euch nach außen wendet, weist ihr darauf hin, dass sich die israelische Gesellschaft in einer tiefen Krise befindet. Es gibt offenkundig nicht genug Menschen, die gewillt sind, eine zivile Gesellschaft aufzubauen, in der eine öffentliche Debatte über moralische Werte und Gesellschaftsmodelle stattfinden könnte. Selbst die Anzahl der Menschen, deren Ziel es ist, die Unterdrückung und Benachteiligung großer Teile der israelischen Gesellschaft zu beseitigen, ist verschwindend klein. Es gibt demnach innerhalb Israels nicht ausreichend starke Kräfte, die fähig wären, einen grundlegenden Wandel herbeizuführen. Und ohne Druck von außen ist es leider schwer vorstellbar, wie dieser lang ersehnte Wandel herbeigeführt werden könnte.</p>
<p>Vor dem Hintergrund dieser Situation haben wir uns zur Unterstützung einer von Palästinensern initiierten, inzwischen internationalen Bewegung entschlossen, die in der Welt als BDS (Boykott, Divestment, Sanctions) bekannt ist. Anders als Ihr sind wir allerdings nicht der Meinung, dass es früher moralische Werte gab, die verloren gegangen sind und zu denen man zurückkehren könnte. Den Palästinensern wurde seit Gründung des israelischen Staates das Recht auf Grund und Boden verweigert, und die Landesgrenzen wurden absichtlich unbestimmt gehalten. Palästinensische Einwohner wurden Opfer staatlicher Gewalt (De’ir Jassin, “Tag des Bodens”, dreizehn Opfer im Oktober 2000 im sogenannten “Dreieck“). Alle israelischen Regierungen haben von Anfang an die angestammten Ländereien und Ortschaften der israelischen Palästinenser geplündert. Der Bevölkerung wurde und wird bis heute jedes Anrecht auf Entfaltung und ein unabhängiges, freies Leben verwehrt, das andererseits jedem Neueinwanderer, der sein “Jüdischsein” dokumentieren kann, freizügig gewährt wird. Das “liberale Israel”, das ihr preist, war und ist eines für Juden allein.</p>
<p>Wir würden erwarten, dass Akademiker, die im heutigen Israel ein geregeltes Leben führen können, sich in Anspruch und Tat wie Émile Zola verhalten. Die Größe Zolas liegt nicht nur in der Veröffentlichung seines gegen die Regierung gerichteten <em>J&#8217;accuse </em>(„Ich klage an“), sondern auch in seinem Mut, die Realität zu erkennen und zu benennen. Dieser Aspekt fehlt leider in Eurem Aufruf.</p>
<p>Wir würden uns wünschen, dass Ihr als Akademiker, die sich im Namen jüdischer Werte an jüdische Gemeinschaften außerhalb Israels wenden, auch mit einer Selbstprüfung im eigenen Haus beginnt, zum Beispiel: ein Teil der Büros des israelischen Geheimdienstes befindet sich an der Universität Tel Aviv, die israelische Akademie beteiligt sich also aktiv an der Aufrechterhaltung der israelischen Besatzung. <a href="http://alrasedproject.files.wordpress.com/2013/02/alrased1_eng.pdf">http://alrasedproject.files.wordpress.com/2013/02/alrased1_eng.pdf</a></p>
<p>Eine Kooperation kann nur auf der Grundlage einer gemeinsamen Anerkennung der dringenden Notwendigkeit erfolgen, den israelischen Staat in einen Staat mit demokratischen Strukturen für alle seine Einwohner zu verwandeln, der keine<strong><em> </em></strong>Privilegien einer ethnischen Gruppe auf Kosten einer anderen duldet.</p>
<p>Berlin, 15. April, 2013</p>
<p>Aufruf aus Israel:  <a href="http://www.freunde-palaestinas.de/berichte/67-ein-aufruf-aus-israel-an-juden-in-aller-welt.html">http://www.freunde-palaestinas.de/berichte/67-ein-aufruf-aus-israel-an-juden-in-aller-welt.html</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Statement der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost anlässlich des Tages des Bodens 2013</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 15:10:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorstand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit 1976 demonstrieren palästinensische Bürger Israels, Palästinenser weltweit und deren Unterstützer Jahr für Jahr, um an den Tag des Bodens zu erinnern. Im März 1976 tötete die israelische Polizei  sechs israelische Palästinenser,  die im Zuge von Massenprotesten gegen eine Regierungspolitik &#8230; <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1161">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 1976 demonstrieren palästinensische Bürger Israels, Palästinenser weltweit und deren Unterstützer Jahr für Jahr, um an den Tag des Bodens zu erinnern. Im März 1976 tötete die israelische Polizei  sechs israelische Palästinenser,  die im Zuge von Massenprotesten gegen eine Regierungspolitik protestierten, die palästinensisches Land konfiszierte und an jüdische Gemeinden weitergab.</p>
<p>Bei dem Versuch, große Teile Israels zu „judifizieren“, wurden in den vergangenen 37 Jahren weitere große Teile palästinensischen  Landes in Israel beschlagnahmt.  In dieser Zeit wurden immer mehr palästinensische Bürger Israels von der israelischen Polizei  getötet, verletzt und zu Unrecht festgenommen. Die jährlichen Demonstrationen zum Tag des Bodens werden abgehalten, um an jene zu erinnern, die im Zuge ihres Kampfes um Gerechtigkeit getötet wurden, und um sicherzustellen, dass die Verbrechen von Gewalt, Enteignung aufgrund ethnischer Zugehörigkeit und Diskriminierung nicht in Vergessenheit geraten.</p>
<p>Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost weiß, dass die israelische Regierung auch heute daran denkt, etwa 30.000 Beduinen aus ihren Häusern im Negev  zu vertreiben. Die Demonstrationen zum Tag des Bodens sind also in diesem Jahr ebenso notwendig wie je zuvor.</p>
<p>Deshalb versteht sich die Jüdische Stimme als Teil der weltweiten Aktivitäten, die Hunderte von Gruppen organisieren, um des Tages des Bodens zu gedenken, und sie gesellt sich zu den Millionen, die ihre Stimme gegen die vom israelischen Staat sanktionierte Diskriminierung erheben.</p>
<p><strong>Wir erinnern als Jüdische Stimme an den Tag des Bodens nicht nur, weil wir entsetzt sind über die Ungerechtigkeit und Grausamkeit der israelischen Politik. Wir erinnern an den Tag des Bodens nicht nur, weil wir solidarisch sind mit dem gerechten Kampf der Palästinenser um Freiheit und Gleichberechtigung. Wir tun es auch, weil wir uns verpflichtet fühlen, der israelischen Regierung und den Regierungen Europas zu sagen: „Nicht in unserem Namen!“ </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der israelische Staat sieht seine Politik der Judifizierung der Palästinensergebiete in Israel als notwendigen Schritt für die Festigung eines jüdischen Staates, und behauptet, dieses Land zu benötigen, um Juden, die außerhalb Israels leben und eines Tages nach Israel kommen mögen, eine Heimstatt zu bieten. Als Juden lehnen wir diesen Anspruch und diese Politik ab. Wir weigern uns, dem Staat Israel zu gestatten, uns als Rechtfertigung für die Enteignung der rechtmäßigen Besitzer und Bewohner ihres Landes zu missbrauchen.</p>
<p>Die Europäische Union und insbesondere die Bundesrepublik Deutschland unterstützen Israel  ökonomisch und diplomatisch, wodurch sie die rassistische Politik der israelischen Regierung legitimieren. Die deutsche SPD hat vor, Israel zum 65. Jahrestag seiner Gründung am 16. April ein „Geschenk“ zu überreichen: einen Wald, den der Jüdische Nationalfonds im Negev pflanzen wird. Die Unterstützung der SPD für eine Organisation, deren Ziel es ist, Palästinenser zu vertreiben und sie durch Juden zu ersetzen, ist ein düsteres Beispiel für das fortgesetzte Engagement Europas bei der illegalen und unmoralischen Kolonisierung des Nahen Ostens.</p>
<p>Als europäische Bürger erinnern wir an den Tag des Bodens, indem wir von unseren Regierungen verlangen, ihre Unterstützung  der Verbrechen des israelischen Staates zu beenden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Berlin, 03.04.2013</p>
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<h2><span style="color: #339966;"><strong>Statement of the Jüdische  Stimme on the Occasion of  Land Day, 2013:</strong></span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Since 1976, Palestinian citizens of Israel and around the world, together with their supporters, have been holding annual demonstrations to commemorate “Land Day.” In March 1976, six Palestinian citizens of Israel were killed by Israeli police as the police were trying to suppress mass protests against the government policy of confiscating land from Palestinians to grant it to Jewish communities.</p>
<p>Over the past 37 years, large tracts of additional land have been confiscated from Palestinians in Israel in an attempt to “Judaify” large parts of the country. Over that time, many more Palestinian citizens of Israel have been killed, injured, and unjustly arrested by the Israeli police. The annual Land Day demonstrations continue to be held to remember those who were killed in the course of their struggle for justice, and to guarantee that the crimes of violence, dispossession based on ethnic identity and discrimination will not be forgotten.</p>
<p>The Jüdische  Stimme für gerechten Frieden in Nahost has learned that now a new plan is being promoted by the Israeli government proposing to dispossess approximately 30,000 Bedouins of their homes in the Naqab. The Land Day demonstrations this year are as relevant and pertinent as ever.</p>
<p>The Jüdische Stimme herefore joins hundreds of groups around the world in organizing activities to commemorate Land Day and joins its voice to the millions who cry out against state-sanctioned discrimination in Israel.</p>
<p>It is not only because we are appalled by the injustice and the cruelty of Israel’s policies that the Jüdische  Stimme commemorates Land Day. It is not only because of our commitment to solidarity with the just struggle of Palestinians for freedom and equality. It is also because we have a responsibility to say to the Israeli government, and to our European governments: “Not in our name!”</p>
<p>The state of Israel claims that its policies to Judaify Palestinian areas in Israel are part of what defines it as a Jewish state, and that these lands are needed to house Jews who live outside of Israel and may one day come to Israel. As Jews, we reject this claim and this policy. We refuse to allow the state of Israel to use us as a justification for dispossessing the rightful owners and inhabitants of their land.</p>
<p>The European Union and specifically the German Government are supporting Israel economically and diplomatically, thereby legitimizing the racial policies of the Israeli government. The German SPD party plans, for the 65<sup>th</sup> anniversary of its foundation on April 16<sup>th,  </sup>to give Israel a “present”of a forest to be planted by the Jewish National Fund in the Naqab. The support of the SPD to an organization dedicated to dispossessing Palestinians and replacing them with Jews is a dark example of continued European involvement in illegal and immoral colonization efforts in the Middle East.</p>
<p>As European Citizens, we commemorate Land Day to demand that our governments end their support for the crimes committed by the state of Israel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Berlin, 03.04.2013</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div></div>
</div>
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		<title>Pressemitteilung / BDS-Kampange</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 17:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorstand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin, 21.03.2013 Der palästinensische Publizist und Menschenrechtsaktivist Omar Barghouti blickt auf einen erfolgreichen Besuch in Deutschland zurück. Zum Abschluss seines Besuches sagte Barghouti: „Ich habe Deutschland viel hoffnungsvoller verlassen, als ich bei meiner Ankunft war“. Und weiter stellte er fest: &#8230; <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1153">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Berlin, 21.03.2013</p>
<p>Der palästinensische Publizist und Menschenrechtsaktivist Omar Barghouti blickt auf einen erfolgreichen Besuch in Deutschland zurück.</p>
<p>Zum Abschluss seines Besuches sagte Barghouti: „Ich habe Deutschland viel hoffnungsvoller verlassen, als ich bei meiner Ankunft war“.</p>
<p>Und weiter stellte er fest: „Trotz meines kurzen Aufenthaltes habe ich Anzeichen für die Entstehung eines neues Bewusstseins in Deutschland entdeckt. Dieses neue Bewusstsein hält einerseits daran fest, die entsetzlichen Verbrechen der Vergangenheit von ganzem Herzen einzugestehen und kategorisch zu verurteilen. Andererseits versucht dieses neue Denken, sich von den Fesseln eines Dogmas zu befreien, mit dem eine ganze Generation indoktriniert wurde, dass nämlich die Reue für den Holocaust gleichbedeutend sei mit einer blinden und unbedingten Unterstützung für Israel, und nur für Israel , unabhängig von dessen Politik der Besatzung, Kolonisation und Apartheid gegen die Bevölkerung Palästinas.“</p>
<p>Innerhalb von wenigen Tagen hat Barghouti an sechs öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen. Im Zentrum seiner Auftritte stand die BDS-Kampagne, die von über 170 palästinensischen Organisationen ins Leben gerufen wurde und die breiteste palästinensische Koalition darstellt. Ihr Ziel ist es, den Staat Israel dazu zu bringen, in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht zu handeln.</p>
<p>Barghouti ist Gründungsmitglied dieser Kampagne und Autor des Buch „Boykott – Desinvestment –Sanktionen. Die weltweite Kampagne gegen Israels Apartheid und die völkerrechtswidrige Besatzung Palästina“, das er auf der Leipziger Buchmesse vorstellte (<a href="http://www.neuerispverlag.de/verweis.php? nr=141&amp;PHPSESSID=60e98a575271827fdd3016d165507b24">http://www.neuerispverlag.de/verweis.php? nr=141&amp;PHPSESSID=60e98a575271827fdd3016d165507b24</a>).</p>
<p>Omar Barghouti betonte bei seinen verschiedenen Gesprächsgelegenheiten, dass die deutsche Politik verpflichtet sei, das Ziel der Verwirklichung des internationales Rechtes in Palästina/Israel zu verfolgen.</p>
<p>Barghoutis Ausführungen stießen auf ein starkes Interesse. Er hat sich mit Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen getroffen, sowie mit Vertreterinnen und Vertretern offizieller Institutionen und zivilgesellschaftlicher Organisationen, mit Kulturschaffenden und Wissenschaftlern sowie mit Angehörigen der palästinensischen Community.</p>
<p>Zu einem besonders eindrucksvollen und bewegenden Ereignis wurde ein Gedenkgang, mit dem Barghouti sein Mitgefühl und seine starke Verbundenheit mit den Opfern des Nationalsozialismus und des Kolonialismus zum Ausdruck brachte. In Begleitung von Roma-Aktivistinnen und Aktivisten und von jüdischen Aktivistinnen und Aktivisten suchte Omar Barghouti die Denkmäler im Zentrum Berlins auf, die an die Verbrechen des Naziregimes an den Sinti und Roma in Europa, an den europäischen Juden und an den Homosexuellen erinnern, sowie die Gedenktafel, die die Berliner Konferenz und die Aufteilung Afrikas zum Thema macht.</p>
<p>Barghouti fasste seine Eindrücke mit den Worten zusammen:„Ich war überwältigt von der Atmosphäre des Schmerzes, der Ungerechtigkeit und der Tragödie, die noch immer über den Gedenkstätten schweben. Ich fühlte mich an das Motto erinnert, das mehrere Holocaust-Überlebende hochhalten: Nie wieder – für <em>niemanden </em>! Als ich dann erfuhr, dass einige Gruppen, wie die Roma und Sinti, noch immer verfolgt werden und auf Gerechtigkeit, Reparationen und Respekt ihrer Würde gegenüber warten, habe ich gespürt, dass unsere Aufgabe überall als Menschenrechtsaktivisten recht klar ist: wir müssen jeglicher Ungerechtigkeit und jeglichem Rassismus entgegentreten, unabhängig von allen Identitätszuschreibungen.“</p>
<p>Omar Barghouti debattierte u.a. mit Prof. Micha Brumlik im taz Café in Berlin und nahm an einer Podiumsdiskussion in der Universität Leipzig teil – unter Beteiligung des israelischen Wirtschaftswissenschaftlers Shir Hever und von Harri Grünberg (Mitautor des Buches <a href="http://www.papyrossa.de/sites_buchtitel/gehrcke_zionismus.htm">Die deutsche Linke, der Zionismus und der Nahost-Konflikt</a>).</p>
<p>Auf einer weitere Diskussionsveranstaltung diskutierten Omar Barghouti, Shir Hever und die in Israel geborenen Psychoanalytikern Iris Hefets im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin über BDS als Strategie für Freiheit, Gerechtigkeit und gleiche Rechte in Palästina/Israel.</p>
<p>In einer Vortragsveranstaltung („Tanzen im Schatten der Mauer“) beschäftigte sich Barghouti mit der Widerstandskultur in Palästina, die er in einen weltweiten Zusammenhang stellte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.bds-kampagne.de/articles/2013/03/10/omar-barghouti-vom-13---17-mrz-2013-in-berlin-und-leipzig/">http://www.bds-kampagne.de/articles/2013/03/10/omar-barghouti-vom-13&#8212;17-mrz-2013-in-berlin-und-leipzig/</a></p>
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		<title>Mark Braverman – ein jüdischer Tabubrecher / Ruth Fruchtman</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Mar 2013 15:54:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorstand</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Daß er ein Tabubrecher ist, sieht man Mark Braverman nicht an: Sensible Gesichtszüge, schlank von Gestalt, ein jugendlicher Sechziger, leicht ergraut und dezent gekleidet macht er einen zurückhaltenden, bescheidenen Eindruck. Doch, ohne zu zögern, wirft er die Götzen im Tempel &#8230; <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1149">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Daß er ein Tabubrecher ist, sieht man Mark Braverman nicht an: Sensible Gesichtszüge, schlank von Gestalt, ein jugendlicher Sechziger, leicht ergraut und dezent gekleidet macht er einen zurückhaltenden, bescheidenen Eindruck. Doch, ohne zu zögern, wirft er die Götzen im Tempel um: „Der echte Jude sei Jesus gewesen“, verkündet er strahlend. „<em>He was the best Jew</em>.“</p>
<p>Mark Braverman ist Amerikaner und Jude. Würden die USA Israel nicht unterstützen, erklärt er, wäre diese verfahrene Politik nicht möglich. Schon durch seine Herkunft ist er mit Palästina eng verbunden: Seine Familie mütterlicherseits wanderte am Anfang des 19. Jahrhunderts aus Osteuropa dort ein. Noch im Osmanischen Reich wurde sein Großvater 1900 als palästinensischer Jude in Jerusalem geboren. Er war der Nachfahre eines berühmten chassidischen Rabbiners, wurde aber als junger Mann mit einer amerikanischen Jüdin verheiratet und zog mit ihr in die Vereinigten Staaten. Als Kind gläubiger, praktizierender Eltern wurde Braverman 1948 in Philadelphia geboren und wuchs in einer traditionell jüdischen Umgebung auf.</p>
<p>Mit siebzehn Jahren besucht er Israel zum ersten Mal: „Ich saß zusammen mit meiner Familie dort, ich sprach hebräisch, ich war sehr romantisch, es war wunderbar. Auf einmal begannen meine israelische Tante und ihre Kinder über die Araber zu sprechen. Das war 1965, ich bin in Philadelphia während der Civil Rights Movement aufgewachsen, und ich weiß, was Rassismus ist. Sie haben über die Araber geredet, wie man bei uns über die Schwarzen geredet hat, und schon damals habe ich mir gedacht: Mit diesem zionistischen Traum stimmt etwas nicht.“</p>
<p>Bald danach lernt er Palästinenser kennen, die ihm von der Vertreibung 1948 – der Nakba – erzählen, trotzdem hat Braverman sich erst 2006 politisch engagiert:</p>
<p>„Als ich die Westbank zum ersten Mal besuchte, war ich schon 58. Es hat bei mir sehr lange gedauert, aber es hat mich immer beschäftigt. Es mußte irgendwie <em>keimen</em>. Und die ganze Entwicklung hat vierzig Jahre gebraucht, auch eine interessante Zahl!“ bemerkt er lächelnd. „Und ich weiß nicht, warum es so lange gedauert hat. Ich war politisch nicht sehr aktiv, aber als ich dann endlich anfing, hat es mich nicht mehr losgelassen. Ich erinnere mich, ich lag im Bett – schon als Endfünfziger – und eine Stimme raunte mir zu: Geh nach Israel, geh nach Israel! Ich habe nicht verstanden, was das bedeuten sollte, ich wußte nur, daß ich nach Israel mußte, um die Fäden wieder aufzusammeln, die ich hinter mir gelassen hatte.“</p>
<p>Als er 2006 aus der besetzten Westbank und Israel in die USA zurückkehrte, wollte er in den Synagogen reden, aber  ihre Tore blieben ihm verschlossen. Er ging also in die Kirchen, zu den Christen. Das Gespräch mit einer palästinensischen Christin in Jerusalem hatte den Weg dorthin vorbereitet. Braverman hatte sie nämlich gefragt, wie sie die Situation nur aushalten könne. Sie antwortete: „Ich folge Jesus.“ Jesus sprach zu seinen Anhängern und seine Botschaft hieß: Kommt aus den Gotteshäusern heraus, helft den Armen, den Unterdrückten. „Jesus war ein palästinensischer Jude“, sagt Braverman. Heute wie damals geht es um Besatzung, um den Aufstand gegen Unrecht. Zu biblischen Zeiten kollaborierte der König Herodes mit den Römern, es gab die korrupten Priester, die Pharisäer, und Jesus widersetzte sich, er war ein Revolutionär.</p>
<p>Braverman erzählt die Geschichte der kleinen Tochter einer Palästinenserin von heute: Als sie mit ihrer Mutter durch Ostjerusalem nach Ramallah fuhr, sah das Mädchen die achtmeterhohe Mauer: „Warum lassen sie die Juden hinter dieser Mauer wohnen?“ fragte sie die Mutter. Die Mauer, die das Westjordanland von Israel trennt, bedeutet nicht nur die Entrechtung der Palästinenser, den endgültigen Verlust ihrer Freizügigkeit und den Raub ihrer Gebiete, sondern das Ghettoisieren der Israelis selbst. Aus der geschichtlichen, zugleich politisch instrumentalisierten Angst heraus verschanzen sie sich hinter Mauern.</p>
<p>Doch auch er trage seit der Kindheit Mauern in sich, sagt Braverman. Diese  Mauern, das sei vor allem die Angst vor anderen Menschen, vor der Außenwelt. Gerade dieses Trennungsmoment, das Sich-Abkapseln von anderen Völkern und Glaubensrichtungen, nicht erst seit 1945, sondern die Jahrhunderte, die Jahrtausende hindurch, macht er den jüdischen Gemeinschaften zum Vorwurf. Für die Juden des 20. Jahrhunderts seien Religion und Politik durch den Zionismus ineinander verstrickt. Jeden Tag beten gläubige Juden für den Schutz und das Wohlbefinden des Staates Israel. Paranoia und die Wiederkehr von Amalek, des biblischen Feinds, der in jedem Jahrhundert wiederaufersteht, um das jüdische Volk zu vernichten, heiße er Pharao oder Haman oder Hitler, Nasser oder Arafat, prägen noch das Denken. Gegen das Heraufbeschwören dieses Gespenst der Paranoia setzt Braverman sich zur Wehr.</p>
<p>Selbst vor der heiligen Kuh, dem Holocaust, schreckt er nicht zurück: „Ich benutze nicht den Begriff Holocaust, ich sage Genozid. Und es hat zahlreiche Genozide – Holocauste &#8211; gegeben, davor und danach.“ Aber wenn er Juden anruft, nach vorne zu schauen, sich den anderen Völkern zu öffnen, wirft Braverman den Christen und der Kirche im allgemeinen ihr Schweigen vor. Sie machten sich nicht nur durch ihr Schweigen angesichts der Diskriminierung, Verfolgung und zuletzt der Vernichtung der Juden im Dritten Reich schuldig, sondern auch durch die Jahrhunderte des Anti-Judaismus und Antisemitismus zuvor. Heute, indem sie sich weigern, der menschenverachtenden israelischen Besatzungspolitik entgegenzutreten, wollen sie sich von ihrem Versagen und der Schuld von damals befreien. Das Gegenteil sei jedoch der Fall. Einen Freibrief an Israel erteilen, heile die Wunden von früher nicht. Und das ist vor allem die These seines Buchs: <em>Fatal Embrace – Christians, Jews and the Search for Peace in the Holy Land</em>, das in deutscher Sprache schon vorliegt: <em>Verhängnisvolle Scham &#8211; Israels Politik und das Schweigen der Christen</em>.</p>
<p>„Ihr mußt Euer Haus in Ordnung bringen“, erklärt Braverman nachdrücklich. „Ihr müßt euer Kreuz aufheben und es tragen.“ Und das Kreuz von heute, heißt sich dem Vorwurf des Antisemitismus auszusetzen, ob durch Israel oder durch jüdische Gemeinden außerhalb Israels oder wen auch immer. Kein leichtes Brot &#8211; wenn man die feindseligen Reaktionen auf das Gedicht von Günter Grass im letzten Jahr bedenkt.</p>
<p><em>Und sicher, der Antisemitismus regt sich weiterhin, </em>schreibt er,<em> und wo er nicht aktiv ist, schlummert er wahrscheinlich. Aber wo bleibt die Gerechtigkeit? Wie sieht es mit unserem Gewissen aus? Angesichts unserer Geschichte voller Verfolgung, Entrechtung, Verschleppung und Erniedrigung und angesichts des immer noch in unserem kollektiven Herzen bohrenden Schmerzes aus der direkten Erfahrung des Völkermords – wo bleibt der Schmerz, wo bleibt das Entsetzen darüber, was in unserem Namen vom Staat Israel einem andern Volk angetan wird? Wo ist das Eingeständnis unserer Gewalttätigkeit?  </em><sup>i</sup></p>
<p>Von Beruf klinischer Psychologe und auf Krisenintervention und Traumatherapie spezialisiert, geht Braverman mit  christlichen und jüdischen Theologen unerschrocken ins Gericht. Sie sind zwar vor allem amerikanische, aber für deutsche LeserInnen ist das auch kein Nachteil. Er setzt sich mit Paul Van Buren, Alwin Rosenfeld, Rosemarie Ruether auseinander, um nur einige zu nennen&#8230; die Köpfe rollen. Doch auch mit israelischen Friedensaktivisten und Intellektuellen wie Abraham Burg pflegt Braverman keinen sanften Umgang. Seine scharfsinnige Kritik überstehen wohl nur wenige – unter ihnen Marc Ellis und Sara Roy.</p>
<p>Noch eine heilige Kuh – wohl die allerheiligste &#8211; die Besonderheit, die Auserwähltheit des jüdischen Volkes, auch von Christen bejaht und geachtet,  schlachtet Braverman ebenfalls:</p>
<p><em>Ja, wir haben gelitten. Aber wir sind nichts Besonderes. Die Juden sind Erben einer großartigen religiösen, kulturellen und literarischen Tradition. Aber unsere Glaubenstradition ist nicht außergewöhnlicher als jede andere Glaubenstradition und nicht weniger der Notwendigkeit der Reform unterworfen</em>. <em>  </em></p>
<p>Weder in seinen Vorträgen, noch in seinem Buch erteilt Mark Braverman Rezepte, sondern durchaus nur praktische Hinweise zur Umsetzung seiner Ideen, die er übrigens mit aufgeschlossenen jüdischen Israelis und Palästinensern, christlichen und muslimischen, im Nahen Osten und außerhalb gemeinsam teilt.</p>
<p>Er ist nicht der einzige, der eine Zwei-Staaten-Lösung heute für illusorisch hält. Die Politiker mögen sich noch an diese Idee klammern, nach außen hin die Road-Map beschwören, allein die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland ist bereits so weit gediehen, daß Israel und die palästinensischen Gebiete schon zu einem Staatsgebilde verschmolzen sind. Und wenn Israel und Palästina faktisch ein Staat geworden sind, so heiße dieser Staat Israel und sei bereits ein Apartheidstaat, sagt Braverman. Vergleiche mit Südafrika bieten sich an, vor allem das verbotene Thema: BDS &#8211; Boykott, Desinvestment, Sanktionen –, durch die die südafrikanische Befreiungsbewegung tatsächlich Freiheit erlangte.</p>
<p>„BDS ist meiner Meinung nach das Beste, was wir haben. Das ist wirklich unser Weg. Alles, was wir tun, unsere ganze Arbeit mit den Kirchen, mit der Friedensbewegung, mit unserem Bildungsprogramm, damit Menschen dorthin fahren, um selbst ihre Erfahrungen zu machen, all das ist nötig. Aber wir brauchen außerdem eine Bewegung, die kulturellen und akademischen Druck ausübt. Und dafür sehe ich keine Alternative.“</p>
<p>Wie steht es jedoch um die spezifisch psychologischen Probleme eines Boykotts israelischer Produkte in Deutschland, selbst wenn die Produkte aus den illegalen Siedlungen in der Westbank importiert sind? Während Desinvestment sich auf Firmen bezieht, die von der israelischen Besatzung der Westbank profitieren, auch deutsche Firmen, ist der kulturelle Boykott israelischer Akademiker und Künstler, Hochschulen und anderer israelischer Bildungseinrichtungen besonders problematisch. Selbst in oppositionellen jüdischen Organisationen ist er nicht unumstritten. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern wegen der Assoziationen mit der Nazizeit. Aber Braverman zeigt sich rücksichtsvoll:</p>
<p>„BDS ist wie ein großes Zelt. Du kannst eintreten und das Zelt übernehmen oder du kannst lediglich hineinschnuppern. Du kannst sagen: Ich boykottiere nur die Produkte aus den Siedlungen! Das ist völlig in Ordnung! Alles ist gut! Diese ganzen Boykottaktionen werden keine ernsthaften wirtschaftlichen Folgen für Israel haben. Aber das ist nicht der Punkt. Ich sage nur, wenn du&#8217;s machen willst, <em>tue</em> es!“</p>
<p>Die Effektivität eines Boykotts wird sich durch die zunehmende Isolierung des israelischen Staats zeigen, und gerade <em>das</em> soll wehtun. Mehr kann man sich dadurch nicht erhoffen, allein Braverman hält den Boykott für ein notwendiges Mittel, das zum friedlichen Widerstand gehört und unterstützt deshalb das Kairos-Dokument: „Ein Schrei der Hoffnung“ – Kairos: „eine letzte Heilsmöglichkeit“, den Aufruf palästinensischer Christen zu Boykottmaßnahmen 2005/6.</p>
<p>„Meiner Meinung nach wird jede israelische Regierung sein wie die letzten, solange Israel nicht der zionistischen Ideologie eine Absage erteilt. Ich glaube schon, daß Israel eine Zukunft hat, aber es muß ein anderes Israel werden, ein besseres Israel.“</p>
<p>Ist Mark Braverman nur ein hoffnungsloser Idealist, deren Träume keine Aussicht auf Erfüllung bringen? Oder ein Ketzer?</p>
<p>„Ich suche ein Judentum, das mich nicht von der restlichen Menschheit trennt“, sagt er. „Und ich glaube, daß das das wahre Judentum ist. Ich glaube, daß Jesus gerade dieses Judentum anstrebte, ein <em>universales</em> Judentum. Ich teile die Meinung von Marc Ellis, der das Konstantinische Judentum vom Kommunalen Judentum unterscheidet. Er redet auch über das Konstantinische Christentum und den Konstantinischen Islam, es trifft also auf alle drei Gruppen zu: Willst du eine universale Herangehensweise oder bleibst du bei deinem Stammesdenken? Uns oder sie? Und es heißt nicht jüdisch oder christlich sein, muslimisch oder buddhistisch wie auch immer. Ich werde immer jüdisch sein. Immer. Es ist meine Identität. Die einzige Frage ist: Was für ein Jude werde ich sein?“</p>
<p>Mark Braverman bewundert vor allem die jüdischen Propheten. Kann es sein, daß er selber ein Prophet ist, ein zeitgenössischer, und man ihm als solchem zuhören soll?</p>
<p>Anfang März wird Mark Braverman seine Deutschland-Vortragsreise antreten.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Protestaktion- Esslingen 20.01.2013</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Feb 2013 17:25:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vorstand</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[inzwischen gibt es einen kleinen Film auf you tube zur Protestaktion gegen das Benefizkonzert für den JNF in Esslingen: Der Film wurde von Palestinakomitee-Stuttgart (PAKO) aufgenommen und zeigt auch Interviews mit Ibo (Jüdische Stimme) und Johann Georg Gauter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>inzwischen gibt es einen kleinen Film auf you tube zur Protestaktion gegen das Benefizkonzert für den JNF in Esslingen:</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/mJTjR2Cc2m8?rel=0" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Der Film wurde von Palestinakomitee-Stuttgart (PAKO) aufgenommen und zeigt auch Interviews mit Ibo (Jüdische Stimme) und Johann Georg Gauter.</p>
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		<title>Jakob Augstein und der Antisemitismusvorwurf / Iris Hefets</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Feb 2013 19:07:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erica Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Schmerzhafte Antisemitismuskeule Von Iris Hefets Das in Deutschland als »renommiert« geltende Simon-Wiesenthal-Zentrum nahm den Journalisten Jakob Augstein wegen seiner Kritik an Israel in ihre Antisemitismus-Hit-Parade auf. Verzweifelt wurde eine Erklärung dafür gesucht, wie das Zentrum ihn, den Elitesohn der deutschen Presse, auf diese Liste hat setzen &#8230; <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1058">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schmerzhafte Antisemitismuskeule</strong><br />
Von Iris Hefets</p>
<p style="text-align: justify;">Das in Deutschland als »renommiert« geltende Simon-Wiesenthal-Zentrum nahm den Journalisten Jakob Augstein wegen seiner Kritik an Israel in ihre Antisemitismus-Hit-Parade auf. Verzweifelt wurde eine Erklärung dafür gesucht, wie das Zentrum ihn, den Elitesohn der deutschen Presse, auf diese Liste hat setzen können.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Zentrum definiert sich selbst als zu Israel stehend. Diese Staatstreue erklärt möglicherweise einen Teil seiner Aktivitäten. Es will ein »Museum für Toleranz« auf den Resten eines alten traditionsreichen Friedhofs für Muslime in Jerusalem errichten. Das verlangt in der Tat viel Toleranz – von den Muslimen. Das Zentrum verbreitete fälschlicherweise, dass Angehörige von Minoritäten in Iran – dem Erzfeind Israels – Anstecker tragen müssen, damit man sie von Muslimen unterscheiden könne.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Sinn der Antisemitismus-Rangliste bleibt indes unklar, es sei denn, man betrachtet sie als Ersatz für einen mittelalterlichen Pranger. Es hat viel Empörung ausgelöst, dass Augsteins Platzierung auch durch Hinweise Henryk M. Broders geschah. Bis vor kurzem aber bekam der Publizist noch viel Raum im »Spiegel«, machte in der ARD geschmacklosen Witze über das Essen in Dachau und nannte den abgeriegelten Gaza-Streifen, dessen Bewohner von Israel ein Minimum-Kalorien-Menü kalkuliert bekamen, im Vergleich zum Warschauer Ghetto geradezu als »Club Mediterrané«.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Sache Augstein kam Broder aber der deutschen Elite zu nah: Augstein bezeichnete den Gaza-Streifen als »Lager« – angeblich ein Beweis für seine antisemitische Einstellung. Wieder wird über das Nutzungsrecht an Wörtern gestritten. Während des israelischen Überfalls auf Gaza 2008/2009 wurde mir in einem ZDF-Interview das italienische Wort »Ghetto« verboten. Das aber wird alltäglich gebraucht, nämlich zur Bezeichnung einer Musikanlage (»Ghettoblaster«) in Ghettos von Afroamerikanern in den USA. Ansonsten ist das Wort historisch für Juden reserviert: Die Deutschen haben den Genozid an den Juden begangen und damit scheinbar das Monopol für den Begriff erworben. »Lager« geht wegen der KZ auch nicht. Dann bleiben wir halt bei Broders »Club Med«.</p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt viele deutsche Bürger, die eine beeindruckende Aufarbeitung der Verbrechen ihrer Vorfahren geleistet haben. Sie könnten angemessene Kritik an der Politik Israels   formulieren, würden sie nicht die pauschale Antisemitismuskeule fürchten. Durch sie haben Journalisten ihre Arbeit verloren. Viele meiner jüdischen und israelischen Mitmenschen wurden bedroht, weil sie die israelische Besatzung verurteilen. Statt mit Günther Grass oder Jakob Augstein zu diskutieren, kommt die Peitsche oder das Schweigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Um nicht als Antisemit gebrandmarkt zu werden, werden Zitate von Menschen jüdisch-israelischer Herkunft übernommen. Als ob es in Israel keinen Antisemitismus gäbe und ungeachtet davon, dass viele europäische Juden, die später nach Israel eingewandert sind, Antisemitismus in ihrem Denken und ihrer Sprache verinnerlicht haben. In den 1950er Jahren wurden in Israel die Schläfenlocken der jemenitischen Juden abgeschnitten, in den 1960er Jahren wurden jüdische Kinder aus Marokko entführt und in einem Kibbuz säkular umerzogen. Heute dürfen erkennbar aus arabischen Ländern und Äthiopien stammende Juden nicht in Diskotheken, und orthodoxe Juden werden öffentlich als »Parasiten« und als »arbeitsscheu« bezeichnet. Würde das in Deutschland passieren, käme die Antisemitismuskeule sofort zum Einsatz. Und das zu Recht.</p>
<p style="text-align: justify;">Für mich ist Augsteins Beschreibung der orthodoxen Juden als das eigentliche Problem der israelischen Politik nicht akzeptabel. Er schreibt: »Aber die Juden haben ihre eigenen Fundamentalisten. Sie heißen nur anders: Ultraorthodoxe oder Haredim« – wissend, dass diese nur zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie gehen nicht zur Armee, weshalb sie an den Verbrechen der israelischen Besatzungsmacht eher als Mitläufer teilnehmen. Auch die national-religiösen Juden, die zur Armee gehen und den harten Kern der Siedlungen in den besetzten Gebieten ausmachen, wurden von den Regierungen Israels dahin geschickt und bewaffnet, nicht von der kleinen Minderheit. Dass die Regierungen mit ihrer rechten Hand Palästina besetzen und zerstören, mit der linken aber die Schuld einer Minderheit zuweisen, ist ein alter Trick: Schon immer wurde den religiösen Juden, insbesondere den orthodoxen, die Rolle des Sündenbocks zugeschrieben. Das sind in der europäischen Geschichte die klassischen antisemitischen Bilder.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist die Aufgabe der Zivilgesellschaft, dafür zu sorgen, dass Minderheiten in ihr sicher leben können. Dafür müssen wir alle entschieden und souverän mit zum Teil rassistischen Äußerungen umgehen. Keiner von uns ist gegen die Verinnerlichung rassistischer Stereotypen geimpft. Die öffentliche Sphäre sollte ein Übungsplatz für den Umgang mit umstrittenen Meinungen sein. Stellen wir unsere Mitmenschen an den Pranger und peitschen sie öffentlich aus, bringen wir nur mehr an Demütigung, Scham und Aggression in das ohnehin gefährliche Spiel. Stellen wir unsere Mitmenschen an den Pranger und peitschen sie öffentlich aus, bringen wir nur mehr an Demütigung, Scham und Aggression in das ohnehin gefährliche Spiel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;"><em>Iris Hefets ist Psychotherapeutin und vor zehn Jahren von Israel nach Berlin  ausgewandert. Sie ist Mitglied der Organisation »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost«.</em></p>
<p>Aus: Neues Deutschland | Sonnabend/Sonntag, 2./3. Februar 2013</p>
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		<title>Demo gegen Benefizkonzert für den JNF/KKL. /Ibo Gauter</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jan 2013 12:53:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erica Fischer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Bericht von Ibo Gauter über das Benefizkonzert in Esslingen am 20.1.13 Hier ein Bericht von meiner Teilnahme an der Demonstration gegen ein Konzert, das von der SPD in Esslingen am Neckar veranstaltet wurde. Hintergrund ist die Geldsammlung der SPD für &#8230; <a href="http://www.juedische-stimme.de/?p=1052">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bericht von Ibo Gauter über das Benefizkonzert in Esslingen am 20.1.13</strong></p>
<p style="text-align: left;">Hier ein Bericht von meiner Teilnahme an der Demonstration gegen ein Konzert, das von der SPD in Esslingen am Neckar veranstaltet wurde. Hintergrund ist die Geldsammlung der SPD für den JNF / KKL, um Israel einen &#8220;Wald Deutscher Länder&#8221; als &#8220;Geburtstagsgeschenk&#8221; zu machen. Dieses &#8220;Geschenk&#8221; ist im höchsten Maße zynisch, denn es beruht auf finanzieller Unterstützung der Zerstörung von traditionellem Lebensraum israelischer Beduinen im Negev.</p>
<p style="text-align: left;">Die SPD weigert sich offensichtlich, trotz intensiver Versuche der Aufklärung aller historischen und aktuellen Zusammenhänge der JNF / KKL &#8211; Tätigkeit und der sehr gewaltsamen Vertreibung beduinischer Bevölkerung, ihren eigenen gewalttätigen Anteil mit ihrer Geldsammlung an diesem großen menschlichen Unglück zu sehen, geschweige denn anzuerkennen.</p>
<p style="text-align: left;">Das Palästina-Komitee Stuttgart, ein sehr fleißiger Verein, hatte zu einer Demonstration vor dem Theodor-Rothschild-Haus in Esslingen aufgerufen, in dem jenes Unterstützer &#8211; Konzert stattfand. Aus Kempten waren mein Mann &#8211; seit langem Mitglied im DIAK -Deutsch-Israelischer Arbeitskreis für Frieden in Nahost -und ich /Jüdische Stimme, samt einer Kemptener Freundin / einer erfahrenen Palästina- Aktivistin, angereist.</p>
<p style="text-align: left;">Ich als gebürtige Esslingerin weiß, dass jenes Gebäude &#8211; in der Nähe meines Elternhauses &#8211; früher das Jüdische Waisenhaus war, in dem 1938 die Esslinger Nazi-Frauen der NS- Frauenschaft gewütet hatten. Die Kinder hatten sie aus dem Haus auf die Strasse getrieben, wo sie weinend in der Strassenrinne saßen. Meine älteste Schwester kann sich sehr gut daran erinnern, sie hatte es gesehen. Ihr/unser schluchzendes Kindermädchen &#8220;die armen armen Kinder&#8221; ist ihr immer noch sehr präsent.</p>
<p style="text-align: left;">Wir etwa 20 Teilnehmer/Innen der Demonstration im Alter von etwa zwanzig bis weit über achtzig Jahren gaben uns alle Mühe, von der uns polizeilich erlaubten und zugewiesenen Stelle auf dem Bürgersteig gegenüber des Hauses aus erreichbare Konzertbesucher anzusprechen und ihnen unsere Argumente mündlich und per Informationsblätter nahe zu bringen. Es gab interessierte und nachfragende Konzertbesucher, ebenso aber auch ablehnende und unfreundliche. Die per Zeitung mit 70 benannte Zahl der Konzertbesucher ist für uns nicht gut nachprüfbar. - Einige von uns standen auch auf der anderen Seite, höher am Berg, vor einem anderen Eingang (dort auch Polizei, hinter der geschlossenen Schranke wie auch hinter der vorderen Polizei-Kette dunkel gekleidete, uns fotografierende, schweigende Herren), die Wege hoch und hinunter total glatteisig, die Beweglichkeit war sehr eingeschränkt.</p>
<p style="text-align: left;">Laut riefen wir den (uns kaum sichtbaren) Konzertbesuchern, der Polizeikette und den fotografierenden schwarzen Herren zu: Wir stünden hier in Vertretung sehr berühmter Israelis, die sich, wie auf unserem Flugblättern ersichtlich, gegen den JNF/KKL wenden, die unsere Kundgebung unterstützen. Einmal ein verächtlich gemeinter Zuruf von einem der &#8220;schwarzen Herren&#8221;: &#8220;Amos Oz kenne ich auch.&#8221; Frau B. Illi, die Vorsitzende der DIG Stuttgart , stand sehr lange schweigend hinter der Polizeikette und beobachtete uns. Wir sangen den bekannten Song &#8220;When Israel was in Egypt land&#8221; textlich verändert: &#8220;When Palestine was in Israels hand, let my people stay/ oppressed so hard they could not stand, let my people stay/ go down, justice, tell (variiert : The Israelian government/Netanyahu boss/ old Bibi guy/ the Pharao), let the people stay!&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Übrigens hörten wir daß die Pianistin des DIG Stuttgart/SPD/JNF/ KKL-Abends angeblich auch gerne bereit wäre, in einem von den Demonstranten veranstalteten Konzert zu spielen&#8230;(=Beliebigkeit vonKunst/Künstlern?)</p>
<p style="text-align: left;">Es war nach unserem Eindruck nicht nur die in klirrender Kälte stattfindende Mahnwache zwischen dem Parkplatz und der Polizeikette, fast ohne bürgerliches Interesse der Esslinger, weil abgelegen. Sondern es sind die Berichte, die nun im internet, in der Presse, mündlich überall kursieren,die hoffentlich wirken.</p>
<p style="text-align: left;">Liebe Grüsse</p>
<p style="text-align: left;">Ibo Gauter, Kempten</p>
<p style="text-align: left;">(Mitglied der JS)</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><a href="http://www.bds-kampagne.de/articles/2013/01/20/20-januar-2013-protest-gegen-die-spd-spendensammlung-fr-den-jnf/#extended" target="_blank">http://www.bds-kampagne.de/articles/2013/01/20/20-januar-2013-protest-gegen-die-spd-spendensammlung-fr-den-jnf/#extended</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://palaestinakomitee-stuttgart.de/" target="_blank">http://palaestinakomitee-stuttgart.de/</a>   und weitere Infos: <a href="http://bds-kampagne.de/stop-the-jnf-campaign/spd-spendenkampagne-zugunsten-des-jnf/" target="_blank">http://bds-kampagne.de/stop-the-jnf-campaign/spd-spendenkampagne-zugunsten-des-jnf/</a></p>
<p><a href="http://www.bedounjewishjustice.blogspot.de/" target="_blank">www.bedounjewishjustice.blogspot.de</a></p>
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