Stellungnahme zum EU-Handbuch zur Anwendung der IHRA-Arbeitsdefinition des Antisemitismus

Dass die IHRA-Arbeitsdefinition des Antisemitismus problematisch ist, ist nichts Neues. Obwohl der Haupttext eine einfache und nachvollziehbare Charakterisierung von Antisemitismus als „bestimmte Wahrnehmung von Juden und Jüdinnen, die sich als Hass gegenüber Juden und Jüdinnen ausdrücken kann“ beinhaltet, führt eine Liste von 11 Beispielen, die die Grenze zwischen Aussagen über den Staat Israel und über Jüd*innen als solche verschwimmen lässt und undeutliche Formulierungen ohne Erklärungen verwendet, anschließend in die Irre.

Statement zur Stellungnahme des AStA Münster zur Gruppe Palästina Antikolonial

Als jüdischer Verein, der sich gegen Rassismus und für Gerechtigkeit sowohl in Deutschland als auch im Nahen Osten einsetzt, widersprechen wir aufs Schärfste der Charakterisierung der Gruppe Palästina Antikolonial als antisemitisch aufgrund ihrer Aussagen zur Situation in Israel-Palästina. Um diesen Widerspruch zu begründen, möchten wir auf die vier Punkte eingehen, die Sie in Ihrer Stellungnahme angeführt haben.

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Ein Interview mit Ramsis Kilani

Ramsis Kilani ist politischer Aktivist in Siegen, wo er Anglistik und Germanistik studiert. Während der Militäroffensive im Gaza-Streifen im Jahre 2014 wurden sein Vater und dessen Frau und Kinder von israelischen Bomben getötet. Die Geschichte seiner Familie wurde 2019 zum Gegenstand des Films Not Just Your Picture von Dror Dayan und Anne Paq.

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Newsletter Dezember 2020

Liebe Unterstützer und Unterstützerinnen der Jüdischen Stimme,

zunächst möchten wir uns bei Ihnen für die Aufmerksamkeit und die Spenden für den Wiederaufbau von Humsa bedanken. Wir konnten durch große und kleine Spenden binnen kurzer Zeit mehr als 13,000 Euro an die Aktivist*innen dort überweisen. In der Zeit bis zum Regierungswechsel in den USA richtet Israel in der Westbank und in Israel selbst massive Zerstörung an, und diese Spenden, auch wenn ungewiss ist, wann Israel das Wiederaufgebaute wieder zerstört, helfen den Menschen dort zu wissen, dass sie nicht alleine gelassen wurden. Einen Brief der Aktivist*innen an Sie bzw. Euch ist angehängt.

Newsletter Oktober 2020

Liebe Unterstützer*innen der Jüdischen Stimme,

am 13. September waren unsere Vorstandsmitglieder Iris Hefetz und Inna Michaeli zu Gast bei IWS Radio für ein interessantes Gespräch über Antisemitismus, jüdisches Leben in Deutschland und verschiedene jüdische Identitäten. Kurz nach der Veröffentlichung des Podcasts gab es einen koordinierten Angriff auf jüdisches Leben in Deutschland, der die School for Unlearning Zionism ins Visier nahm.

Antijüdischer Rassismus in Berlin

Antisemitismus in Deutschland hat einen neuen Höhepunkt erreicht: De facto können Jüdinnen und Juden hier nicht mehr frei und unabhängig arbeiten, wenn ihre Arbeit aus öffentlichen Geldern finanziert wird. Dafür haben rechte Journalist*innen, Politiker*innen und Wissenschaftler*innen im Oktober diesen Jahres mit einem konzentrierten Angriff gegen jüdische Israelis gesorgt. Der aktuelle Vorfall reiht sich dabei in eine Reihe von beängstigenden Präzendenzfällen ein. Besonders besorgniserregend ist dabei, dass der antisemitische Angriff auf einer Täter-Opfer-Umkehr beruht, indem eine Gruppe von Jüdinnen und Juden, die meisten von ihnen aus Israel, als “Antisemiten” bezeichnet werden. Doch Schritt für Schritt:

Newsletter Mai

„Pro-israelische Deutsche stehen vor demselben Dilemma. Zwar misstraut die israelische Botschaft in Berlin der AfD, aber warum sollte die Partei nach Orbán und Trump nicht ebenfalls in Yad Vashem willkommen geheißen werden? Während die “böse” EU eine Sanktionsliste gegen Israel wegen der Annexionen im Westjordanland vorbereitet, würde die AfD als Partei auftreten, die als einzige der deutschen Vergangenheit treu geblieben ist. Sie unterstützt Israels ethnischen Nationalismus aus vollem Herzen und pflegt keine scheinheiligen Vorbehalte gegen Annexionen oder verschiedene Rechtssysteme für Juden und Araber. Stattdessen stehen liberale Deutsche, die Israel kritisieren, als abstoßende Israel-Hasser da.“

Keine Spenden an Konten in der Bank für Sozialwirtschaft: Briefwechsel mit Greenpeace

Die Bank für Sozialwirtschaft hat das Konto der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden gekündigt. Seitdem haben ProAsyl, Forum ziviler Friedensdienst, IPPNW und andere Organisationen bei der Bank protestiert und anderen Konten für Spenden zur Verfügung gestellt. Greenpeace dagegen stellt sich auf der Seite der Bank, ohne mit uns jemals gesprochen zu haben. Anbei ein Briefwechsel mit Greenpeace in dieser Sache:

Podiumsdiskussion mit der Jüdischen Stimme in Göttingen am 17.1.2020

Organisiert war der Abend, in dessen weiterem Verlauf das Stück Vögel von Wajdi Muawad aufgeführt wurde, vom Intendanten Erich Sidler. Der Journalist Dr. Daniel Alexander Schacht moderierte die Diskussion, die in Folge der Antisemitismus-Vorwürfe des Zentralrats der Juden und der FDP gegenüber der Jüdischen Stimme zustande kam. Trotz der Vorwürfe erhielt die Jüdische Stimme den Göttinger Friedenspreis 2019 und bei dieser Gelegenheit auch viel Unterstützung.

Presseerklärung zur Kündigung der Geschäftsbeziehung durch die Bank für Sozialwirtschaft

Die Jüdische Stimme weigerte sich in all diesen Jahren trotz Kündigungsdrohungen durch die Bank und deren wiederholtem Vollzug, sich öffentlich von ihrer Unterstützung des legitimen zivilgesellschaftlichen Kampfes der palästinensischen Bevölkerung um ein würdiges Leben in Freiheit zurückzuziehen.
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Presseerklärung der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. zur Kündigung der Geschäftsbeziehung durch die Bank für Sozialwirtschaft zum Ende des Jahres

Zum 31. Dezember kündigt die BfS zum zweiten und zum letzten Mal das Konto der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.