Antijüdischer Rassismus in Berlin

Antisemitismus in Deutschland hat einen neuen Höhepunkt erreicht: De facto können Jüdinnen und Juden hier nicht mehr frei und unabhängig arbeiten, wenn ihre Arbeit aus öffentlichen Geldern finanziert wird. Dafür haben rechte Journalist*innen, Politiker*innen und Wissenschaftler*innen im Oktober diesen Jahres mit einem konzentrierten Angriff gegen jüdische Israelis gesorgt. Der aktuelle Vorfall reiht sich dabei in eine Reihe von beängstigenden Präzendenzfällen ein. Besonders besorgniserregend ist dabei, dass der antisemitische Angriff auf einer Täter-Opfer-Umkehr beruht, indem eine Gruppe von Jüdinnen und Juden, die meisten von ihnen aus Israel, als “Antisemiten” bezeichnet werden. Doch Schritt für Schritt:

Newsletter Mai

„Pro-israelische Deutsche stehen vor demselben Dilemma. Zwar misstraut die israelische Botschaft in Berlin der AfD, aber warum sollte die Partei nach Orbán und Trump nicht ebenfalls in Yad Vashem willkommen geheißen werden? Während die “böse” EU eine Sanktionsliste gegen Israel wegen der Annexionen im Westjordanland vorbereitet, würde die AfD als Partei auftreten, die als einzige der deutschen Vergangenheit treu geblieben ist. Sie unterstützt Israels ethnischen Nationalismus aus vollem Herzen und pflegt keine scheinheiligen Vorbehalte gegen Annexionen oder verschiedene Rechtssysteme für Juden und Araber. Stattdessen stehen liberale Deutsche, die Israel kritisieren, als abstoßende Israel-Hasser da.“

Keine Spenden an Konten in der Bank für Sozialwirtschaft: Briefwechsel mit Greenpeace

Die Bank für Sozialwirtschaft hat das Konto der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden gekündigt. Seitdem haben ProAsyl, Forum ziviler Friedensdienst, IPPNW und andere Organisationen bei der Bank protestiert und anderen Konten für Spenden zur Verfügung gestellt. Greenpeace dagegen stellt sich auf der Seite der Bank, ohne mit uns jemals gesprochen zu haben. Anbei ein Briefwechsel mit Greenpeace in dieser Sache:

Podiumsdiskussion mit der Jüdischen Stimme in Göttingen am 17.1.2020

Organisiert war der Abend, in dessen weiterem Verlauf das Stück Vögel von Wajdi Muawad aufgeführt wurde, vom Intendanten Erich Sidler. Der Journalist Dr. Daniel Alexander Schacht moderierte die Diskussion, die in Folge der Antisemitismus-Vorwürfe des Zentralrats der Juden und der FDP gegenüber der Jüdischen Stimme zustande kam. Trotz der Vorwürfe erhielt die Jüdische Stimme den Göttinger Friedenspreis 2019 und bei dieser Gelegenheit auch viel Unterstützung.

Presseerklärung zur Kündigung der Geschäftsbeziehung durch die Bank für Sozialwirtschaft

Die Jüdische Stimme weigerte sich in all diesen Jahren trotz Kündigungsdrohungen durch die Bank und deren wiederholtem Vollzug, sich öffentlich von ihrer Unterstützung des legitimen zivilgesellschaftlichen Kampfes der palästinensischen Bevölkerung um ein würdiges Leben in Freiheit zurückzuziehen.
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Presseerklärung der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. zur Kündigung der Geschäftsbeziehung durch die Bank für Sozialwirtschaft zum Ende des Jahres

Zum 31. Dezember kündigt die BfS zum zweiten und zum letzten Mal das Konto der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V.

Newsletter Dezember

Um die wichtige Arbeit von Organisationen wie etwa ProAsyl weiterhin zu unterstützen, aber auf diesen ungeheuerlichen Vorgang aufmerksam zu machen, haben einige von Ihnen die ProAsyl Geschäftsführung um eine alternative Kontonummer gebeten. Die ProAsyl Geschäftsführung hat sich mit dieser Lage beschäftigt, hat bei der Bank für Sozialwirtschaft….

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Liebe UnterstützerInnen der Jüdischen Stimme,

Stellungnahme zum Vorhaben Andreas Geisels, andersdenkende Juden zu verfolgen

Anscheinend gehören wir aber nicht zu „unseren jüdischen Mitbürgern“. Wir sind die Juden, die Sie durch den Verfassungsschutz überwachen lassen wollen. Wir entsprechen nicht dem Judenbild, das Ihnen als Innensenator von Berlin vorschwebt.

Maßen Sie sich wirklich an zu entscheiden, welche Juden zu „unseren jüdischen Mitbürgern“ gehören und welche nicht, Herr Geisel?!

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Berlin, 7.10.2019

Offener Brief an die Jury des Nelly Sachs Preises

Die Autorin Kamila Shamsie steht mit ihrer Unterstützung der BDS-Kampagne nicht allein. Der Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, die Menschenrechtsaktivistin Angela Davis, sowie die Philosophin Judith Butler und v.a. unterstützen den Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft, dass Internationales Recht und die universellen Prinzipien der Menschenrechte auch von Israel geachtet werden müssen.

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An:

Die Jury des Nelly-Sachs-Preises 2019
Pressestelle der Stadt Dortmund
Friedensplatz  1
44135 Dortmund

Open Letter to the die Jury of the Nelly-Sachs-Prize

Author Kamila Shamsie is not alone in her support of the BDS campaign. Nobel Peace Prize laureate Desmond Tutu, human rights activist Angela Davis, philosopher Judith Butler and above all the Palestinian civil society support this call that also Israel must respect international law and the universal principles of human rights.

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The Jury of the Nelly Sachs Prize 2019