Newsletter – July 2021: Spendenaufruf für Dear White people- Festival

in der zweiten Juniwoche fand das antirassistische Kulturfestival „Dear White People… Let’s Break the Silence“ statt, mit verschiedenen Diskussionsrunden, Vorträgen und künstlerischen Vorführungen rund um die Themen Diskriminierung, Kolonialismus und verwandte Fragen. Dabei sollte es auch eine Veranstaltung von Palästina Spricht Freiburg über antipalästinensischen Rassismus in Deutschland geben. Nachdem einige der Förderpartner*innen starke Kritik an der Gruppe wegen vermeintlichem Antisemitismus (ein Vorwurf, der widerlegt wurde) geäußert haben und drohten, ihre finanzielle Unterstützung zu entziehen, hat das Festival die Einladung wieder rückgängig gemacht. Des Weiteren gab es Kritik von jüdisch positionierten Personen aus Freiburg, die das Kuratorium von DWP ebenfalls sehr ernst genommen hat. Um den Diskurs auf der Metaebene zu beleuchten, wurde stattdessen eine Diskussionsrunde zur Frage geplant, wie in Deutschland über Palästina gesprochen werden kann. Dazu wurde auch unser Vorstandsmitglied Inna Michaeli eingeladen. Sie lehnte ab mit der Begründung, dass sie nicht an einer solchen Veranstaltung teilnehmen konnte, nachdem Palästina Spricht Freiburg ausgeschlossen worden waren, und mit ihrer Stimme Raum einnehmen, der ihnen verwehrt wurde. Auf ihre Kritik sowie die Kritik vieler anderer hin, besonders auch jüdisch positionierter Personen, hat das Kuratorium von DWP dann ihre Absage rückgängig gemacht und die ursprünglich geplante Veranstaltung wieder aufs Programm gesetzt – auch auf die Gefahr hin, Fördermittel zu verlieren.

Die Veranstaltung von Palästina Spricht Freiburg fand also statt, und es wurde kurzfristig entschieden, trotzdem auch die Diskussionsrunde zu halten. Allerdings musste diese aufgrund einiger organisatorischer Schwierigkeiten und Kommunikationsprobleme letztlich abgesagt werden. Diese wurde aber nun per Zoom nachgeholt und unser Vorstandsmitglied Lili Sommerfeld hat am Montag, den 05.07. um 19 Uhr an der Veranstaltung „Wie kann in Deutschland ein Sprechen zur Situation in Israel und Palästina stattfinden und ein Raum für Dialog geöffnet werden?“ teilgenommen. Diese wird voraussichtlich auch Online abrufbar sein.

Aktuell sind Fördermittelzusagen in Höhe von 36.922 Euro zurückgezogen bzw. liegen zur Überprüfung auf Eis. Diese riesige Deckungslücke führt zu einer Überschuldung des Trägervereins des Festivals, dem gemeinnützigen Verein zusammen leben e.V., und damit zu seiner Insolvenz. Sollten Fördermittel nach der Überprüfung der Arbeit noch freigegeben werden, wird das Geld gemäß der Satzung des Trägervereins ausgeben.

Wir würden uns freuen, wenn sich auch manche von Ihnen/Euch daran beteiligen würden (Link).