Newsletter Dezember 2020

Liebe Unterstützer und Unterstützerinnen der Jüdischen Stimme,

zunächst möchten wir uns bei Ihnen für die Aufmerksamkeit und die Spenden für den Wiederaufbau von Humsa bedanken. Wir konnten durch große und kleine Spenden binnen kurzer Zeit mehr als 13,000 Euro an die Aktivist*innen dort überweisen. In der Zeit bis zum Regierungswechsel in den USA richtet Israel in der Westbank und in Israel selbst massive Zerstörung an, und diese Spenden, auch wenn ungewiss ist, wann Israel das Wiederaufgebaute wieder zerstört, helfen den Menschen dort zu wissen, dass sie nicht alleine gelassen wurden. Einen Brief der Aktivist*innen an Sie bzw. Euch ist angehängt.

Eine rege Beteiligung am Zochrot:
Crowdfunding brachte die Organisation auch zum Endziel, so dass sie ihre Arbeit fortsetzen können und sich bei Ihnen auch bedanken möchten.

Wir haben sowohl einen Dankebrief als auch Fotos von der Wiederaufbau von Humsa aus Zochrot erhalten:

* Es ist wichtig, diese Spenden auch NICHT über die Bank für Sozialwirtschaft zu überweisen. Wir möchten Sie bzw. Euch immer noch daran erinnern, dass sie unser Konto aus politischen Gründen geschlossen haben. 

In der letzten Zeit gab es sehr wenige Veranstaltungen, dafür aber mehrere gerichtliche und sonstige Ereignisse. Das Verwaltungsgericht in München fällte ein wichtiges Urteil zum Verbot von Diskussionen über BDS. Dieses wurde von dem ehemaligen Richter dieses Gerichtes in München, Peter Vonnahme kommentiert und von anderen Juristen wie Lothar Zechlin und Norman Paech, auch auf Englisch.

Einen anderen Erfolg erzielte die Gruppe BT3P, die in Frankfurt am Main durch den Verwaltungsgericht die Versuche der Stadt, sie zu zensieren, kippen konnte. Solche Versuche werden aus angeblicher Liebe zu Jüd*innen unternommen, die blind macht, wie David Ranan hier schreibt.

Am 10.12.2020 fing eine bundesweite Kampagne gegen den Anti-BDS-Beschluss des Bundestages an. Eine beispiellose Koalition der führenden Kulturinstitutionen in Deutschland sprach sich öffentlich dagegen aus. Auch in Haaretz wurde über die Hexenjagd in Deutschland auf Hebräisch und Englisch und Deutsch berichtet. In diesem Bericht kommen die Angriffe auf die Ruhrtrienale-Intendantin Stephanie Carp, auf Achille Mbembe, Peter Schäfer und unser Mitglied Nirit Sommerfeld vor. Auch die School for Unlearning Zionism und dessen “Oktoberprogram”, ein Projekt israelischer Künstler*innen, das von Yehudit Yinhar mitorganisiert wurde kommen vor. Dies ist ein Moment der Reflektion über Mechanismen, die uns schon länger beschäftigen, und wir freuen uns auf eine Dynamik der Weiterentwicklung, die hoffentlich mehr Raum für die komplexen Diskussionen, die wir führen müssen, bieten und schützen würde. Susan Neiman, die Direktorin des Potsdamer Einstein-Forums spricht hier darüber. Dazu hilft sie dem Moderator das Wort “Jüdin” in den Mund zu nehmen. Wie schwer es vielen in Deutschland fällt und was es mit uns macht, kann man in diesem humorvollen Film, Masel-Tov Cocktail (30 Minuten) (mit)erleben.

 

Wir wünschen Ihnen und Euch frohe und gesunde Feiertage,

Iris Hefets

Für den Vorstand