Offener Brief einer antizionistischen Jüdin an die Amadeu Antonio Stiftung

Sehr geehrte Menschen von der Amadeu Antonio Stiftung,

ich arbeite und lebe seit ca. 40 Jahren als antizionistische und antirassistische Jüdin in Berlin und den USA — als Wissenschaftlerin, als Dozentin, als Künstlerin, als politisch engagierte Person.

 

Und heute sah ich folgendes auf Ihrer Online-Chronik antisemitischer “Vorfälle” in diesem Land: Neben Nazi-Schmierereien, körperlicher Gewalt und Angriffen unterschiedlicher Art auf der Strasse stand die internationale Veranstaltungsreihe “School for Unlearning Zionism”, organisiert von jüdischen Student*innen der Berliner Kunsthochschule.

 

Ich bin … horrified. Ich habe im Moment kein anderes Wort zu Verfügung. Horrified.

 

Eine Veranstaltungsreihe von jüdischen Student*innen, die versucht, die Gewalt, die in ihren Namen ausgeübt wird, im Rahmen eines Studienprojekts zu verstehen und auseinanderzunehmen wird … mit NS-Schmierereien und körperlicher Gewalt gleichgesetzt?

 

Ich bitte dringend um eine Erklärung.

Als Jüdin.

Als Wissenschaftlerin.

Als Person, die sich gegen rassistische Gewalt jeglicher Form einsetzt.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Jacob K. Langford