Bank für Sozialwirtschaft: Ihre Kontokündigung führt in die Richtung einer faschistischen Diktatur

Solange Produkte aus besetzten Gebieten mit dem Etikett »Aus Israel« verkauft werden, halte ich gewaltfreie Boykottgedanken für durchaus legitim. Der absurde Vergleich mit dem Aufruf der Nazis »Kauft nicht bei Juden« ist gezielter Bestandteil o.g. Begriffsverwirrung. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken und bleiben Sie Ihren edel formulierten Statuten treu!
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2.7.2019
Sehr geehrte Frau Rüth,
sehr geehrte Damen und Herren der Bank für Sozialwirtschaft,
 
in Ihren Statuten steht geschrieben:
»Die BFS ist ein politisch neutrales Geldinstitut und sieht sich dem Prinzip der Meinungsfreiheit verpflichtet. Sie kann und will nicht kontrollieren, beurteilen und kommentieren, was einzelne Kunden bzw. Mitglieder von Organisationen, zu denen eine Geschäftsbeziehung besteht, politisch denken oder vertreten.«
Ihre Kontokündigung »Jüdische Stimme« verstößt jedoch diametral gegen diese demokratische Selbstverständlichkeit und führt in die Richtung einer faschistischen Diktatur. Sie selbst machen Ihre Bank zu der von Ihnen beschriebenen und gefürchteten Plattform, indem Sie Ihr klar umrissenes Neutralitätsprinzip verlassen. Nehmen Sie diesen fatalen Fehltritt sofort zurück und vertreten Sie Ihre Werte gegen den Druck derzeit regierender israelischer Machthaber!
Israel versteht sich als demokratischer Staat mit Meinungs- und Religionsfreiheit; diesen Staat gilt es mit aller Kraft zu schützen. Wenn dieser Staat aber gegen das Völkerrecht benachbartes Territorium besetzt und die Rechte dort lebender Menschen massiv einschränkt, haben wir die Pflicht den dafür verantwortlichen Politikern die Grenzen zu zeigen. Der Versuch jener Strategen und ihrer Helfer auf unserem schlechten deutschen Gewissen Klavier zu spielen macht nicht bloß schlechte Musik. Mit ihrer inflationären Begriffsverwirrung in Punkto »Antisemitismus« missbrauchen sie die jüdische Religion für machtpolitische Zwecke und verharmlosen den tatsächlich vorhandenen Antisemitismus. Ja, sie verhöhnen auch die jüdischen Opfer des Holocaust.
Solange Produkte aus besetzten Gebieten mit dem Etikett »Aus Israel« verkauft werden, halte ich gewaltfreie Boykottgedanken für durchaus legitim. Der absurde Vergleich mit dem Aufruf der Nazis »Kauft nicht bei Juden« ist gezielter Bestandteil o.g. Begriffsverwirrung. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken und bleiben Sie Ihren edel formulierten Statuten treu!
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Felder