Newsletter: Juni 2019

Liebe Unterstützer/innen der Jüdischen Stimme,

in den Wochen seit dem o.g. Beschluss gab es auch viel Widerstand dagegen. Erst meldeten sich führende Nahost-Experten mit einem Appell an die Bundesregierung, den Beschluss nicht zu übernehmen. Sie erinnern die Bundesregierung daran, dass sie auch an europäisches Recht gebunden ist, das wie das Grundgesetz keine Zensur der Meinungsfreiheit oder Einschränkungen politischer Initiativen vorsieht.
Es folgte, wie auch in der taz berichtet wurde, ein Aufruf 240 jüdischer und israelischer Akademiker. Dr. Sara Roy, die den Aufruf unterschrieben hat, schrieb auch einen Brief an die Bundesregierung. Der Artikel von Ilana Hammerman dazu wurde auf Deutsch übersetzt und Bernie Sanders, der als Demokrat in den USA kandidiert, spricht auch öffentlich als Jude zum Thema Israel-Palästina und trägt zum Diskurs unter den Demokraten dort bei.
Der Aufruf der 240 Akademiker kann jetzt von jeder/m unabhängig von Herkunft, akademischem Titel usw. unterstützt werden: hier geht es zur Petition.
Obwohl der Anti-BDS-Beschluss nicht rechtlich bindend ist, beeilt sich Philipp Maiburg, der Intendant des Düsseldorfer “Open Source Festival”, den von ihm eingeladenen New Yorker Rapper Talib Kweli politisch maßzuregeln. Kweli lässt sich von dem ihm auf Deutsch geschickten Link zum Bundestagsbeschluss nicht beeindrucken und antwortet in den sozialen Medien darauf, z.B. auf Facebook . Auf Deutsch kann man hier darüber lesen, auch wie Maiburg die Zensur und Einschränkung der Kunstfreiheit freiwillig vorantreibt. Wer keinen FB-Account hat: die Antwort von Kweli ist am Ende dieser Newsletter zu finden. Kweli wurde deshalb von Maiburg ausgeladen.
Evangelische Theologen und Friedensorganisationen protestieren gegen den Bundestagsbeschluss und erinnern die MdBs daran, dass das Völkerrecht auch für Israel und Deutschland gilt und BDS dem entspricht. Die für Teilnahme offene Umfrage im Publik-Forum geht in die gleiche Richtung.
Die FAZ berichtet über den o.g. Beschluss und lässt auch Palästinensische Stimmen zu Wort kommen.
Sonst:
Die gut besuchte Veranstaltung mit der Jüdischen Stimme am 26.5.19 wurde von Public Solidarity aufgenommen.
Die israelische Menschenrechtsorganisation B’tselem veröffentlichte eine interaktive Karte – “Teile und Herrsche” – die die Vorgänge von der Besatzung der palästinensischen Gebieten 1967 bis zur heutigen militärischen Diktatur dort zeigt.
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Talib Kweli:

Here is my response to this email received today:

By lying and saying that BDS is anti Semitic movement, the German government is engaging in fascism and doing a disservice to the German people. Palestinians are treated like second class citizens in the region, due to their darker skin and Islamophobia. White supremacy is insidious like that. It will have “white” skinned Jewish people aligning with the very same Nazis and KKK who want them dead. Nazis and KKK often hold Israel up as a great example of an ethno state due to how Palestinians and other darker skin people are treated there. This is an unholy alliance that the German government is enabling by suggesting BDS is anti Semitic and trying force artists to agree with them.
Boycotting, Divesting and Sanctioning are peaceful solutions to the crisis that destroys Palestinians homes and lives. It is the opposite of terrorism. It worked to make South Africa a more fair and equal nation and it could work in Israel if its opponents were not so anti black and anti Muslim. It is not a coincidence that Donald Trump, virulent racist and frequent admirer of Nazis and dictators, shares Germany’s official position on BDS. If Donald Trump agrees with you, you are on the wrong side of history. Why would Germany champion the suppression of free speech? BDS does not engage in violence. I get why Germany’s government would want to be cautious about platforming hate, but to equate a peaceful push for the rights of Palestinian people to the horrors of Nazi Germany is a false and offensive equivalency. Israel’s Prime Minister Netanyahu wants to annex the West Bank which would create a state in which mostly white skinned Jews rule over mostly dark skinned Arabs. The far right around the world supports this. I do not. If I’m not allowed in Germany because I support humanity, fuck it. I won’t go. The ball is in your court. I would like to perform in Germany but I don’t need to. I’d rather be a decent human being and stand up for what’s right then censor myself and lie about BDS for a check.

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