Stellungnahme der European Jews for a Just Peace (EJJP) zur Freedom Flotilla III

 

 

 

 

1. Juli 2015

 

Am 29. Juni griff die israelische Marine das schwedische Boot „Marianne“ in internationalen Gewässern an, verhaftete seine aus MenschenrechtsaktivistInnen zusammengesetzte Crew und beschlagnahmte die aus humanitären Gütern bestehende Schiffsfracht. Diese Handlung kann als nichts anderes als ein Akt der Piraterie bezeichnet werden. Die Passagieren wurden gegen ihren Willen in der israelischen Stadt Ashdod an Land gezerrt.

Das Ziel der Freedom Flotilla ist es, die Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, mit der die israelische Regierung diesen  zum weltweit größten Freiluftgefängnis gemacht hat. Die AktivistInnen der Freedom Flotilla sind unbewaffnet. Sie beabsichtigen, die Blockade in einem symbolischen Akt zu durchbrechen, indem sie nach Gaza segeln, um so Aufmerksamkeit auf die Inhaftierung von gut 1,8 Millionen Menschen zu lenken, denen ihre grundlegenden Rechte auf Reise- und Handelsfreiheit verwehrt werden, indem sie durch das israelische Militär von der Welt abgeschnitten werden.

Der Vorsitzende der European Jews for a Just Peace (Europäische JudInnen für einen Gerechten Frieden), Dror Feiler, ist unter den festgenommenen Passagieren an Bord der „Marianne“. Von ihm haben wir erfahren, dass nur wenige Tage vor der Abreise nach Gaza, das Boot „Juliano“, das die „Marianne“ hätte begleiten sollen, in griechischen Küstengewässern sabotiert wurde. Wir müssen davon ausgehen, dass bewaffnete israelische Kräfte für diesen Versuch, die Boote von ihrer Fahrt abzuhalten, beteiligt waren. Juliano Mer Khamis, der Gründer des Freedom Theaters in Jenin, wurde am 4. April 2011 ermordet.

European Jews for Just Peace ist eine Koalition von europäischen jüdischen Organisationen, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen. Wir fordern von unseren europäischen Regierungen, dass sie auf die Geschehnisse reagieren und die Freilassung der gefangenen Passagiere, unter denen sich auch das Europäische Parlamentsmitglied Ana Miranda befindet, sicherstellen. Wir verurteilen die unmenschliche Blockade des Gazastreifens aufs Schärfste.

Shir Hever, shir.hever@gmail.com

EJJP-Vertreter der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost