In Solidarität mit Martin Breidert

Geschäftsführung
Media Markt Bonn
Friedensplatz
53111  Bonn

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Vorstand der METRO AG
Olaf Koch (Vorsitzender)
Metro-Straße 1
40235 Düsseldorf

         03. Juli, 2014

 

In Solidarität mit Martin Breidert 

Jüdische Stimme fordert von der Media-Markt/Metro-Gruppe:

Rücknahme aller Strafanzeigen zur Bonner Protestaktionen gegen SodaStream!

Protestaktionen ähnlich der am 28. Juni d. J. in Bonn durchgeführten,  finden weltweit statt. 

Nicht zuletzt auch in Kaufhäusern und Unternehmen. In lebendigen Demokratien sind sie ein Mittel der Zivilgesellschaft, demonstrativ durch sichtbare Aktionen Staaten, Unternehmen und Organisationen  zu ermahnen, wenn Unrecht und illegale Machenschaften Bestandteil ihres “Business” sind.

Zu SodaStream erklärt  Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost:

SodaStream, eines der profiliertesten Unternehmen Israels, betreibt in der illegalen Siedlung Ma’ale Edomim des besetzten Westjordanlands seit Jahren eine Fabrik. Damit verstößt das Unternehmen zweifellos gegen geltendes internationales Recht.

 

Im Genuss reichhaltiger Subventionen der israelischen Regierung, ist das Unternehmen nicht nur aktiv an der Vertreibung der Palästinenser von ihrem ursprünglichen Heimatland beteiligt, sondern stellt sich gleichsam als Werkzeug in den Dienst der israelischen Propaganda. Nicht von ungefähr lässt sein Generaldirektor, Daniel Birnbaum keine Gelegenheit aus, zu betonen, dass es keinen Widerspruch zwischen “Friedenswillen” und Vereinnahmung palästinensischen Landes gebe. Die Firma beschäftigt palästinensische Arbeitskräfte, die unter dem israelischen Arbeitsgesetz de facto ungeschützt und daher für das Unternehmen leicht auszubeuten sind. Generaldirektor Birnbaum benutzt diese Arbeiter bereits als Geisel, indem er droht ihre Beschäftigung aufzukündigen, wenn das Unternehmen boykottiert werde.

Sowohl wir als auch Aktivistinnen und Aktivisten rund um die Welt haben beobachtet, dass Produkte von SodaStream im Verkauf mit falscher Etikette als “made in Israel” (produziert in Israel) angeboten werden. Diese unverblümte Fälschung verstößt gegen die Handelsgesetze der Europäischen Kommission. Sie ermöglicht es SodaStream-Produkten, die in den besetzten Gebieten produziert sind, welche von der EU nicht als Teil von Israel anerkannt werden, unter Handelsprivilegien nach Europa zu gelangen, die ausschließlich den in Israel hergestellten zustehen.

Kampagnen in Europa haben vielfach gezeigt, dass das Unternehmen sowohl die Zollbehörden der EU als auch die Kunden bewusst täuscht. MediaMarkt, das der Media-Saturn Holding GmbH angehört, standen alle Informationen über die illegale und unlautere Praxis von SodaStream bereit, so dass es sich durch die Entscheidung SodaStream-Produkte dennoch in sein Angebot zu nehmen, am Betrug seiner Kunden mitschuldig macht.

Ein vollständiger Bericht über die Verfehlungen des SodaStream Unternehmens wurde Januar 2011 von der israelischen “Coalition of Women for Peace” veröffentlicht. Media Markt hatte daher mehr als drei Jahre Zeit den Bericht zu lesen und seine Entscheidungen hinsichtlich seiner Unterstützung eines kriminellen Unternehmens geeignet zu treffen:

 

http://www.caiaweb.org/wp-content/uploads/2013/11/WhoProfits-ProductioninSettlements-SodaStream.pdf