Pressemitteilung / BDS-Kampange

Berlin, 21.03.2013

Der palästinensische Publizist und Menschenrechtsaktivist Omar Barghouti blickt auf einen erfolgreichen Besuch in Deutschland zurück.

Zum Abschluss seines Besuches sagte Barghouti: „Ich habe Deutschland viel hoffnungsvoller verlassen, als ich bei meiner Ankunft war“.

Und weiter stellte er fest: „Trotz meines kurzen Aufenthaltes habe ich Anzeichen für die Entstehung eines neues Bewusstseins in Deutschland entdeckt. Dieses neue Bewusstsein hält einerseits daran fest, die entsetzlichen Verbrechen der Vergangenheit von ganzem Herzen einzugestehen und kategorisch zu verurteilen. Andererseits versucht dieses neue Denken, sich von den Fesseln eines Dogmas zu befreien, mit dem eine ganze Generation indoktriniert wurde, dass nämlich die Reue für den Holocaust gleichbedeutend sei mit einer blinden und unbedingten Unterstützung für Israel, und nur für Israel , unabhängig von dessen Politik der Besatzung, Kolonisation und Apartheid gegen die Bevölkerung Palästinas.“

Innerhalb von wenigen Tagen hat Barghouti an sechs öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen. Im Zentrum seiner Auftritte stand die BDS-Kampagne, die von über 170 palästinensischen Organisationen ins Leben gerufen wurde und die breiteste palästinensische Koalition darstellt. Ihr Ziel ist es, den Staat Israel dazu zu bringen, in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht zu handeln.

Barghouti ist Gründungsmitglied dieser Kampagne und Autor des Buch „Boykott – Desinvestment –Sanktionen. Die weltweite Kampagne gegen Israels Apartheid und die völkerrechtswidrige Besatzung Palästina“, das er auf der Leipziger Buchmesse vorstellte

Omar Barghouti betonte bei seinen verschiedenen Gesprächsgelegenheiten, dass die deutsche Politik verpflichtet sei, das Ziel der Verwirklichung des internationales Rechtes in Palästina/Israel zu verfolgen.

Barghoutis Ausführungen stießen auf ein starkes Interesse. Er hat sich mit Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen getroffen, sowie mit Vertreterinnen und Vertretern offizieller Institutionen und zivilgesellschaftlicher Organisationen, mit Kulturschaffenden und Wissenschaftlern sowie mit Angehörigen der palästinensischen Community.

Zu einem besonders eindrucksvollen und bewegenden Ereignis wurde ein Gedenkgang, mit dem Barghouti sein Mitgefühl und seine starke Verbundenheit mit den Opfern des Nationalsozialismus und des Kolonialismus zum Ausdruck brachte. In Begleitung von Roma-Aktivistinnen und Aktivisten und von jüdischen Aktivistinnen und Aktivisten suchte Omar Barghouti die Denkmäler im Zentrum Berlins auf, die an die Verbrechen des Naziregimes an den Sinti und Roma in Europa, an den europäischen Juden und an den Homosexuellen erinnern, sowie die Gedenktafel, die die Berliner Konferenz und die Aufteilung Afrikas zum Thema macht.

Barghouti fasste seine Eindrücke mit den Worten zusammen:„Ich war überwältigt von der Atmosphäre des Schmerzes, der Ungerechtigkeit und der Tragödie, die noch immer über den Gedenkstätten schweben.

Ich fühlte mich an das Motto erinnert, das mehrere Holocaust-Überlebende hochhalten: Nie wieder – für niemanden ! Als ich dann erfuhr, dass einige Gruppen, wie die Roma und Sinti, noch immer verfolgt werden und auf Gerechtigkeit, Reparationen und Respekt ihrer Würde gegenüber warten, habe ich gespürt, dass unsere Aufgabe überall als Menschenrechtsaktivisten recht klar ist: wir müssen jeglicher Ungerechtigkeit und jeglichem Rassismus entgegentreten, unabhängig von allen Identitätszuschreibungen.“

Omar Barghouti debattierte u.a. mit Prof.