die Jüdische Stimme gratuliert von ganzem Herzen

Felicia Langer erhält für ihre herausragenden Einsatz für Recht und Gerechtigkeit den höchsten Verdienstorden der Palästinenser – die Jüdische Stimme gratuliert von ganzem Herzen

Felicia Langer, eine Frau, die vor dem Unrecht nicht die Augen verschließen kann, die mit denen leidet, die nachts aus ihren Wohnungen und Häuser vertrieben, in Straflagern eingesperrt und gefoltert werden, die ihrer Heimat verwiesen und in die Fremde deportiert werden, nur weil Israel noch mehr Land haben will. Sie führte ein Leben zwischen Zorn und Hoffnung, und so heißen auch ihre Lebenserinnerungen. Aus einem natürlichen Gefühl für Recht und Gerechtigkeit, für die eigene Würde und die Würde der Palästinenser, hat sich die ehemalige Rechtsanwältin beherzt für deren Belange eingesetzt. Oft genug unter Verzicht auf Honorar. „Sie ist bei allem Löwenmut und aller Kämpfernatur, die sie vor Gerichten und in Diskussionen zeigt, eine sehr weiche Frau. Sie leidet psychisch mit denen, denen Unrecht geschieht. Sie nimmt sich das, was sie sieht und erlebt, im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen“. (Reinhard Krol) Seit beinahe zwei Generationen kämpft sie für die Achtung der Menschenrechte und wurde immer wieder von jenen angefeindet, die stolz darauf sind, dass die Israelis ein Volk der Täter geworden sind.

Dreiundzwanzig Jahre hat Felicia Langer in Israel Palästinenser gegen die Willkür der Landesjustiz verteidigt und beschützt. Als sie schließlich feststellen musste, dass sie gegen die Willkür der Behörden, die nicht ausgelassen hatten, um ihre Arbeit zu behindern, nichts Effektives ausrichten kann, schloss sie ihre Rechtsanwaltspraxis in Israel und übersiedelte mit Miecieu, ihrem Mann nach Tübingen, wo ihr Sohn mit seiner Familie lebte..

In Deutschland verlegte sie ihre Tätigkeit auf das publizistische Wirken. Sie hat mehrere Bücher geschrieben, die zum Teil in mehreren Auflagen erschienen sind. Alle haben eines gemeinsam: Empathie für die Palästinenser, Zorn und Wut über die Verhältnisse zwischen Israel und Palästina, Trauer über die Unfähigkeit der Israelis zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden.

Nach mehr als vierzig Jahren, und nachdem sie schon viele Preise bekommen hat, darunter den Bruno-Kreisky-, den Alternativen Nobelpreis und das Bundesverdienstkreuz der Klasse A, wird ihr in der nächsten Woche als Dank und Anerkennung für ihren Einsatz der höchste Orden der Palästinenser verliehen. Die Verleihung des höchsten Verdienstordens Palästinas an die Jüdin und Israelin Felicia Langer durch Abu Mazen in Berlin ist ein Politikum ersten Ranges. Die besondere Auszeichnung macht abermals deutlich, dass Felicia Langer couragiert Grenzen überschritt und die Hand für einen gemeinsamen Kampf um Gerechtigkeit, Frieden und Selbstbestimmung ausstreckte. Der Tag wird kommen, an dem diese mutige kleine große Frau auch in Israel geehrt werden wird.

Wir freuen uns alle mit ihr und gratulieren Felicia zu dieser Auszeichnung aus ganzem Herzen.

Vorstand der jüdischen Stimme