Stellungnahme vom 07.10.2010

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e. V. Stellungnahme vom 07.10.2010 zum Artikel
„Von Heine nach Gaza“ verfasst von Henryk M. Broder in „Der Tagesspiegel“ vom 05.10.2010 http://www.tagesspiegel.de/medien/von-heine-nach-gaza/1949094.html
Die „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ unterstützt die internationalen Bemü- hungen, die israelische Blockade von Gaza zu durchbrechen. Der jüngste Versuch von Juden aus Israel, Europa und den USA, mit dem Schiff „Irene“ Gaza auf dem Wasserwege zu erreichen, wurde wie alle vorangegangenen Versuche unterbunden.
„Irene“ wurde unter der Gewalt der israelischen Marine gekapert und in den israelischen Hafen von Ashdod abgeschleppt. Das „Jüdische Schiff“ drückte die Ablehnung der inhumanen und völkerrechtswidrigen Politik der israelischen Regierungen in Gaza sowie die Empörung von Ju- den aus aller Welt aus.
In unserer Vereinigung schließen sich Juden, die in Deutschland leben, zusammen. Unsere Sat- zung gibt vor: “Mitglied der Jüdischen Stimme kann jede natürliche und juristische Person jüdischer Herkunft werden, die den Vereinszweck zu unterstützen bereit ist. Personen jüdischer Herkunft müssen mindestens einen jüdischen Elternteil haben oder zum Judentum übergetreten sein.“ Bisher haben wir es nicht für nötig befunden, die Anga- ben neuer Mitglieder bei ihrer Aufnahme zu überprüfen. Wir vertrauten auf ihre Richtigkeit.
Edith Lutz, war bis heute Mitglied unserer Organisation. Sie initiierte das Vorhaben „Jüdisches Schiffs für Gaza“, dem unsere englische Schwesterorganisation „Jews for Justice for Palestine“ den Namen „Irene“ (Frieden) gab. Diese Aktion haben wir, ebenso wie die anderen jüdischen Organisationen unterstützt, da uns das damit verbundene politische Anliegen wichtig ist.
Ob Edith Lutz Jüdin nach dem jüdischen Gesetz ist oder nicht ändert nichts an der Richtigkeit des Versuchs, die Gaza-Blockade durchzubrechen.
Gleichwohl wird unsere Organisation aus dem jüngsten Vorfall Lehren ziehen. Der Namen „Jü- dische Stimme“ sowie der durch viele Aktivitäten erworbene gute Ruf bleiben politisch wichtig.
Wir bedauern, dass die Kritiker unserer Positionen uns ausschließlich mit Angriffen bedenken und keinen Weg finden, sich mit uns sachlich auseinanderzusetzen.
Wir wünschen uns von unseren Widersachern Mut zu einer offenen Diskussion so, wie sie in einer demokratischen Zivilgesellschaft üblich ist.
Um niemanden im Zweifel zu lassen: Wir werden auch künftig alles in unseren Kräften Stehende tun, um die israelische Blockade von Gaza zu Fall zu bringen.
Berlin, 07. 10. 2010