Grußbotschaft der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost an das Weltsozialforum in Porto Alegre, Brasilien

Das Weltsozialforum ist eine Stimme des Widerstands gegen Unterdrückung und für Gerechtigkeit und Gleichheit. Für eine weltweite Organisation ist es nie einfach, einen Fokus zu wählen, für den es sich einzusetzen lohnt, da es Tausende von wichtigen Anliegen  gibt: die Kämpfe von Ureinwohnern, von ausgebeuteten Arbeitern, landlosen Bauern, Opfern von Zerstörung der Lebensgrundlagen durch den Klimawandel und die Kämpfe aller, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Glaubenszugehörigkeit, ihrer Nationalität oder ihrer politischen Überzeugung Verfolgung erleiden.

Dieses Jahr hat das Weltsozialforum entschieden, sich auf den Kampf der Palästinenser gegen den Kolonialismus und die Apartheidpolitik des israelischen Staates zu konzentrieren. Es ist ein lohnenswerter Kampf, und wir beglückwünschen das Weltsozialforum zu seiner Entscheidung. Das Weltsozialforum Freies Palästina wird vom 28. November bis 1. Dezember 2012 in Porto Alegre, Brasilien, zusammentreten.

Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost (Jewish Voice for a Just Peace in the Middle East, EJJP Germany) unterstützt das Treffen und erklärt sich mit den Zehntausenden von erwarteten Teilnehmern  und den Hunderten von teilnehmenden Organisationen und Bewegungen solidarisch.

Wir meinen, dass das Weltsozialforum eine überzeugende und klare Antwort auf die schändliche Apathie und Gleichgültigkeit gegenüber der Ungerechtigkeit in Palästina darstellt, deren sich die Politiker des globalen Nordens, die Mainstream-Medien und die großen Unternehmen dieser Welt schuldig machen. Angesichts der jüngsten unverhältnismäßigen und brutalen Bombardierung des Gazastreifens und der außergerichtlichen Hinrichtung von Ahmad Jabari ist es umso drängender, vom Weltsozialforum Freies Palästina aus die Wahrheit über die Besatzung zu verbreiten.

Als Juden ist es uns wichtig, den Missbrauch der jüdischen Identität durch Israel bei der Unterdrückung Palästinas zurückzuweisen. Zu den Verbrechen Israels sagen wir als Juden: „Nicht in unserem Namen!“ Unsere Organisation ist davon überzeugt, dass alle Menschen ein Recht auf Würde und gleichberechtigte Behandlung haben und ihre Freiheit unbeschadet von Nationalität, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit Respekt verdient.

Als europäische Staatsbürger sind wir bestürzt über die Unterstützung Europas (und insbesondere Deutschlands) für Israel. Israels eklatante Missachtung des Völkerrechts und der Menschenrechte in Palästina wäre ohne die jahrzehntelange Unterstützung der europäischen Länder und der Europäischen Union durch bevorzugte Handelsabkommen, militärische Koordination und Waffenlieferungen sowie durch eine himmelschreiende Heuchelei in den rechtlichen und politischen Beziehungen mit Israel nicht möglich gewesen.

Deswegen fühlen wir uns verpflichtet, uns gegen die Beteiligung unserer Regierungen an den in Palästina begangenen Gräueltaten auszusprechen, und wir danken den Organisatoren und Teilnehmern des Weltsozialforums, dass sie dazu beitragen, den Kampf der Palästinenser und die Ursachen für diesen Kampf ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen.

18. November 2012

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