Unterstützungserklärung für Brian Klug / Statement of support for Brian Klug

Wir begrüßen die Entscheidung des Jüdischen Museum Berlins sowie der weiteren Veranstaltenden der internationalen Konferenz „Antisemitismus in Europa heute – die Phänomene, die Konflikte“, heute Abend mit Dr. Brian Klug einen kritischen Zeitgenossen zum Thema Antisemitismus zu Wort kommen zu lassen. In den letzten Tagen musste Dr. Klug sich mit diffamierenden Anschuldigungen von Wissenschaftler_innen rund um das Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA) konfrontiert sehen. Als israelkritischem Juden wird ihm die Legitimität, sich mit Antisemitismus sowie der Verwendung des Begriffs auseinander zusetzen, abgesprochen.

Hiermit möchten wir uns öffentlich mit Dr. Klug solidarisieren und ihn bei der Zurückweisung der polemischen Vorwürfe des BICSA unterstützen. Als deutsche bzw. in Deutschland lebende Juden und Jüdinnen, die der Politik des Staates Israel ebenfalls kritisch gegenüberstehen, sind wir mit der gängigen Einteilung in pro- und anti-israelische Positionen, Personen und Gruppen bestens vertraut. Diese polarisierende Einteilung halten wir für eine gefährliche Vereinfachung, die hauptsächlich dazu dient, israelkritische Stimmen pauschal als „anti-israelisch“ zu brandmarken, mit Antisemitismus gleichzusetzen und so zum Schweigen zu bringen. Gegen diese Politik der Gleichsetzung von Israelkritik, Antizionismus und Antisemitismus wehren wir uns aus unserer spezifischen Situation als Juden und Jüdinnen gemeinsam mit einer wachsenden Anzahl von kritischen jüdischen Organisationen wie etwa der von Dr. Klug unterstützten Independent Jewish Voices in Großbritannien. Damit wehren wir uns zugleich auch gegen die Zerschlagung der Vielfalt jüdischer Stimmen in der Gegenwart – insbesondere im Zuge der Erinnerung an die historische Zerschlagung jüdischer Vielfalt am morgigen 75. Jahrestag der Reichspogromnacht.

 

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

 

 

—————————————————————-

Statement of support for Brian Klug

We welcome the decision of the Berlin Jewish Museum and other organizers of the International Conference “Antisemitism in Europe today – the manifestations, the conflicts” to invite Dr. Brian Klug, a critical observer of current affairs and historical developments, to talk about antisemitism. In the last few days Dr. Klug has been confronted by defamatory allegations from international scholars and authors  in a dossier published by the Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA). These voices try to deny him, as a Jew critical of the politics of the State of Israel, the legitimacy to talk about antisemitism.

 

We wish to express our solidarity with Dr. Klug and to support his rejection of the polemical accusations in the BICSA dossier. As German Jews and Jews living in Germany, who are also critical of the politics of the State of Israel, we are all too familiar with the common classifications dividing us into pro- and anti-Israel  individuals and groups. We consider this polarizing juxtaposition a dangerous simplification. Its main goal is to denounce all voices critical of Israel as “anti-Israel”, to equate them with antisemitism, and thus to silence them. Together with a growing number of critical Jewish organizations such as Independent Jewish Voices in the UK, which Brian Klug supports, we oppose this equating of criticism of Israel with anti-Zionism or antisemitism, specifically from our situation as Jews.  And we particularly oppose the silencing of diversity among Jewish voices in the present when commemorating the historical destruction of Jewish diversity on the 75th anniversary tomorrow of Pogrom Night.

 

Jewish Voice for a just Peace – EJJP Germany

 

Share
Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.