ווֹnsere Solidarität mit dem palästinensischen Aufruf, das Pop-Kultur-Festival erneut zu boykottieren, bis es seine Unterstützung durch die israelische Botschaft fallen lässt

Wir, die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost und Jewish Antifa Berlin, zwei jüdische Gruppen aus Deutschland, äußern unsere Solidarität mit dem palästinensischen Aufruf, das Pop-Kultur-Festival – erneut – zu boykottieren, bis es seine Unterstützung durch die israelische Botschaft fallen lässt.

Unsere gemeinsame Stellungnahme vom letzten Jahr machte deutlich: “Indem es das Logo der israelischen Botschaft auf seiner Homepage präsentiert, hilft das Festival dem Staat Israel – bewusst oder unbewusst – seine Besatzungspolitik und Menschenrechtsverletzungen weißzuwaschen… wir empfinden es als schändlich, dass ein Festival, das solchen Wert auf Vielfalt, Reflexion und internationalen Wert legt, sich auf eine solche Art und Weise benutzen lässt.”

Aus Protest gegen diese Unterstützung sagten letztes Jahr acht Künstler*innen ihre Teilnahme am Festival ab. Unterstützung der israelischen Regierung anzunehmen spielt deren wohlbekannter “Brand Israel”-Propagandastrategie in die Hände, die Kunst dazu benutzt, ihre fortgeführten Verletzungen des Völkerrechts weißzuwaschen.

Seit dem 30. März dieses Jahres haben israelische Truppen Massaker an den Demonstrant*innen im Gazastreifen begangen – mit mehr als 40 Toten und über 5.000 Verletzten. Das Bestehen des Festivals auf die Unterstützung durch die Botschaft der israelischen Regierung – während diese absichtlich unbewaffnete palästinensische Demonstrant*innen ins Visier nimmt – dient als Genehmigungsstempel für diese Verbrechen.

Wir sind uns vollkommen über die Risiken für diejenigen in Deutschland, insbesondere für Palästinenser*innen und Araber*innen, bewusst, die die Unterstützung durch Israel kritisieren, wie die Schmutzkampagne deutscher Medien und des Festivals selbst im letzten Jahr gezeigt hat.

Wir lehnen diese Verleumdungen und falschen Anschuldigungen wegen Antisemitismus ab, die dafür missbraucht werden, berechtigte Kritik an Menschenrechtsverletzungen Israels zum Schweigen zu bringen. Wir stehen an der Seite von allen Künstler*innen, die dieses Jahr aus Protest gegen das diesjährige Sponsoring durch Israel absagen.

Es ist nicht antisemitisch, an der Seite von Menschenrechten zu stehen. Aus unserer Perspektive entspricht es vielmehr jüdischen Werten. Des Weiteren lehnen wir die Instrumentalisierung unserer Identität als jüdische Menschen – viele von uns selbst Künstler*innen und Kulturschaffende – zur Weißwaschung von Unrecht ab. Wir sagen genug. Bis hierhin und nicht weiter.

Jewish Antifa Berlin

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost