Open Letter to Gilad Erdan

“Die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost” nimmt Stellung zu der neuen Liste der israelischen Regierung, auf der zwanzig Organisationen wegen ihrer Unterstützung der BDS-Bewegung (Boycott, Divestments and Sanctions movement against Israel) die Einreise nach Israel verweigert wird.

Unter diesen Organisationen befindet sich unsere Schwesterorganisation, Jewish Voice for Peace in den U.S.A., mit der wir viele gemeinsame Werte und politische Ziele teilen und der wir größten Respekt zollen.

Eine andere Gruppe ist das American Friends Service Committee, eine Quäkerorganisation, die sich große Verdienste für ihre Unterstützung von Holocaust-Überlebenden erworben hat. Als jüdische Organisation haben viele unserer Mitglieder Holocaust-Überlebende in der eigenen Familie. Wir sind entsetzt über dieses Einreiseverbot, das an die McCarthy-Liste in den fünfziger Jahren in den USA erinnert.

Zusammen mit allen betroffenen Gruppen kämpfen wir gegen das Unrecht, das von der israelischen Regierung gegen Palästinenser, gegen ihre Unterstützer und gegen alle Menschen in der Region begangen wird. Daher verurteilen wir diesen Bann, der Reisen nach Israel, öffentliche Kritik und das Recht auf freie Rede betrifft.

Die israelischen Behörden haben erklärt, dass der Staat Israel allein über den Zutritt ins Land entscheidet, und zwar nicht nur über Israels internationale Grenzen, sondern auch über den Zugang zu den besetzten Gebieten.

Wir stellen fest, dass weder rassistische noch antisemitische Organisationen von diesem Bann betroffen sind. Selbst Neo-Nazi-Organisationen dürfen nach Israel einreisen, während BDS-Organisationen ausgeschlossen sind.

Als Akt der Solidarität verlangen wir von den israelischen Behörden, dass auch die “Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost” auf diese Liste gesetzt wird.

The Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost has learned of the new list of twenty banned organizations to whom entry into Israel has been denied because of their support for the BDS movement (the Boycott, Divestments and Sanctions movement against Israel).

Among the list of banned organizations is our sister organization the Jewish Voice for Peace in the U.S, with whom we share many values and political goals, and for whom we have the highest regard.

Another group on the list is the American Friends Service Committee, a Quaker organization that has earned great respect for its assistance to Holocaust survivors. As a Jewish organization, many of whose members have Holocaust survivors in their own families, we are disgusted by this McCarthyist Israeli ban.

Together with all the banned groups, we work against injustices committed by the State of Israel against Palestinians and their supporters, and towards justice for all inhabitants of the region. We therefore oppose this ban on travel, public criticism and free speech.

Israeli officials have declared that the State of Israel will decide who may enter its borders, they have omitted to mention that it controls access not only to the State of Israel within its international borders, but also to the Occupied Palestinian Territory.

We note that no racist or anti-Semitic organization has been banned from entering Israel. Even Neo-Nazi organizations may enter, while BDS organizations are banned.

Therefore, as an act of solidarity, we demand that the Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost be included in the list of banned organizations.